Tag Archives: Verkehr

10 Fragen zur Welt und keine einzige Antwort

24 Mrz

Kuba

1. Erklärt sich das Fehlen von Gleis 7 auf dem Mainzer Hauptbahnhof mit einem Hang der Rheinhessen zu Aberglaube und Märchenhaftem? Oder lässt die Tatsache, dass Gleis 11 ganz nach vorne neben Gleis 1 gebaut wurde doch nur den Schluss zu, dass der Bahnhof an Rosenmontag geplant wurde?

2. Dass unsere Verabredung „am Mittwoch um 12 Uhr am Nordkapp“ nicht geklappt hat – lag das an unserer Einschätzung nordskandinavischer Größen- und Wetterverhältnisse oder hätten wir donnerstags Erfolg gehabt?

3. Hätte ich in Ägypten jenem herablassenden, chauvinistischen, verlogenen und unfähigen Hotelchef sagen sollen, dass er herablassend, chauvinistisch, verlogen und unfähig ist – aber ohne Schaum im Haar und mit mehr an als einem Handtuch?

4. Muss ich die Tatsache, dass meine Kuba-Postkarte für eine Freundin im ostdeutschen Neubrandenburg Monate vor den nach Westdeutschland verschickten Karten ankam als immer noch existierende Bande zum einstigen sozialistischen Bruderstaat interpretieren?

5. Wenn mir ein auffallend gutaussehender Israeli in einem zur Disse umgebauten Luftschutzbunker beim Tanzen zuraunt, er fände meinen Hintern toll – ist das sexistisch oder ein Beitrag zum Weltfrieden?

6. An alle Iren: Könntet ihr bitte dafür sorgen, dass es in den Baileys-Souvernir-Shops größere Einkaufstüten gibt?

7. Liebe Japaner, wenn einer von euch vor der Ignaz-Kirche in der Mainzer Altstadt steht und glaubt, es sei der Dom, und ich dann vorbeikomme und ihm den richtigen Dom zeige und er auch total begeistert von ihm ist – warum macht er dann trotzdem mehr Bilder von mir als vom Dom?

8. Wie hätte Marine Le Pen die Frage aus meiner mündlichen Abiturprüfung, „Haben Sie ein europäisches Gewissen?“, beantwortet – und wie viele Punkte hätte sie dafür wohl bekommen?

9. Wie kann ich meinen früheren Erdkunde-Lehrer erreichen, um ihm zu sagen, dass ich mittlerweile weiß, dass es „Nordosten“ heißt und nicht „rechts oben“ und dass er, falls wir uns noch mal sehen, nicht wieder schockiert sagen soll: „Jetzt kommen all die schlimmen Erinnerungen hoch…“.

10. Und könnte jemand dem Sicherheitspersonal auf dem Flughafen in Doha ausrichten, dass ich den roten 8er-Stein ganz ehrlich nicht klauen, sondern nur gucken wollte, ob der riesige Lego-Baum wirklich aus Lego-Steinen ist?

***

Silvesterkinds Funkentrio:

  1. Funke: Wie man an einem japanischen Ei versagen kann…
  2. Funke: Wie mich eine Frau namens Miao fast totmassiert hätte…
  3. Funke: Welche Rätsel Männer und ihre Reisetaschen aufgeben…
Advertisements

Cuba libre auf vier Rädern

12 Mrz

che

Kuba, Kuba, Kuba und ein wenig Obama. Seit Wochen sind die Zeitungen voll mit Nachrichten über die Insel. Vor zwei Jahren gab es eine ähnliche Welle, als so etwas wie Reisefreiheit für die Kubaner verkündet wurde. Jedes Mal, wenn ich seither „Kuba“ in einer Schlagzeile lese, frage ich mich, ob er es schafft…

***

Trinidad, Herbst 2009. Wir sind auf dem Weg zum Nationalpark Topes de Collantes. Der Taxifahrer, ein kleiner Mann mit aschgrauen Haaren, ist mürrisch. So mürrisch wie die Frau aus dem Reisebüro, die uns das Taxi organisiert hat. So mürrisch wie jeder auf dieser Insel, der für staatliche Touristikunternehmen arbeitet.

Meine Freundin hält mir ein Wasser hin: „Willst’n Schluck?“ Umgehend kommt Bewegung in den Mann: „Dachte ich mir doch, dass ihr Deutsche seid! Woher kommt ihr?“ Astreines Deutsch! Bestimmt einer der DDR-Kubaner, vermute ich, die einen des Öfteren anquatschen. Schließlich reisten in den 80ern zehntausende für Studium oder Ausbildung in den sozialistischen Bruderstaat. Doch der Mann war angeblich nie in der DDR. Und er ist wie ausgewechselt, so viel Begeisterung haben wir mit unserer Herkunft selten ausgelöst. „Ich liebe Deutschland, die Kunst, die Literatur, kennt ihr das Buch….“

Unser Fahrer vergisst, dass er mürrisch ist und parliert uns mit reizendem Akzent in Grund und Boden: „Ich habe mir auf dem Schwarzmarkt Deutschbücher gekauft, bei uns bekommt man ja alles nur auf dem Schwarzmarkt, mein Laptop haben die mir aber konfisziert. Wenn wir gleich euren Tourguide abholen, werde ich weder Deutsch noch Englisch sprechen, ich will nicht, dass die wissen, dass ich das kann…“ Wer auch immer „die“ sind, er spricht viel von ihnen. Ab und an schaffen wir es, Stichwörter einzustreuen: „Bei uns lässt sich nur im Tourismus Geld verdienen. Meine Schwester ist Ärztin im Staatskrankenhaus und verdient einen Hungerlohn im Vergleich zu mir!“

topesdecollantes

Jetzt kommen auch wir in Fahrt. In diesem kleinen Taxi, Cuba libre auf vier Rädern, können wir all die Fragen loswerden, die sich uns auf dieser wunderschönen und doch so fremden Insel stellen. „Zuhause habe ich eine Deutschlandkarte hängen – wo lebt ihr genau?“, fragt er noch mal. Sonst sagen wir immer: Frankfurt und Köln, weil Mainz und Koblenz im fernen Ausland kaum einer kennt. Aber er fängt sofort an zu schwärmen: „Der Rhein, die Mosel, wie schön, den Rhein möchte ich auch mal sehen.“ Aha, denke ich, jetzt kommt die Bitte nach Einladung und Geld. Denn Kubaner müssen vor der Reise unter anderem eine Einladung aus dem Reiseland vorweisen. Wir fragen ihn, ob er eine hat.

Stille im Taxi. Wir hoppeln weiter Richtung Nationalpark. Schließlich antwortet er: „Mir haben viele Touristen das Schreiben angeboten. Aber ich will das so nicht. Ich will meinen Koffer packen und nach Deutschland reisen. Und dann will ich wieder meinen Koffer packen und nach Hause zurückkehren. Einfach so.“ Spricht’s und hält am Straßenrand, um unseren Guide aufzusammeln. Kaum sitzt dieser im Auto, ist es vorbei mit der Freiheit der Gedanken. Unser Fahrer zwinkert uns noch mal kurz zu, macht die Schotten dicht und guckt mürrisch.

***

Fünfeinhalb Jahre ist unsere Kubareise nun her. Das Land hat sich geöffnet – oder besser: Mittlerweile verbietet nicht mehr die Regierung das Ausreisen, sondern die finanzielle Not der meisten Kubaner. Aber vielleicht schafft es unser Taxifahrer ja. Vielleicht packt er in diesem Moment seinen Koffer, um endlich nach Deutschland zu reisen. Ich hoffe, wir entäuschen ihn nicht.

Mein Japan-Abc – mit vielen Tipps

11 Jan

 

automaten

A = Automaten

Die Japaner automatisieren gern. Wenn sich Taxitüren wie von Geisterhand öffnen und die Geräuschprinzessin ohne Aufforderung im Klo loslegt, kann einem das einen gewaltigen Schrecken einjagen. Ein Traum sind aber die Getränkeautomaten, die an jeder Ecke stehen, vollgestopft mit liquiden Köstlichkeiten. Wer Stunden lang durchs nieselige, kalte Tokio stapft, für den ist so ein kochend heißer Tee mit Milch und Zucker wie Ambrosia.

Tipp: Wasser mit einem Hauch von Litschi. Leider eine Rarität, gibt es unter anderem in einem Getränkeautomaten an der Info vom Kaiserpalast in Kyoto.

***

B = Bauweise

Dunkles Holz, sanft gleitende Schiebetüren, duftende Reisstrohmatten – die traditionelle japanische Architektur hat etwas ungemein Beruhigendes. Vor allem in Kyoto, etwa im Viertel Shimogyo-Ku, stehen in diesem Stil noch ganze Straßenzüge, die allerdings nach und nach saniert werden. Da man als Tourist vermutlich nicht in ein Privathaus kommt, muss man sich mit Ryokans begnügen, also mit Herbergen nach traditioneller, japanischer Art.

Tipp: Übernachten im Nara Backpackers, in dem ich selber gar nicht war. Die Bilder sind aber so reizend und die Lobhudelei meiner Reisebegleitung war so überschwenglich, dass ich es dennoch empfehlen möchte.

***

C = Convenience Stores

Ich frage mich, was wohl passieren würde, wenn 7Eleven und FamilyMart plötzlich pleite gingen. Vermutlich würde sofort die komplette Alltagsversorgung zusammenbrechen. Allein in Tokio muss es Hunderte Filialen von Convenience Stores geben. Für Touristen sind sie wie gemacht: rund um die Uhr geöffnet, mit zahlreichen Fertiggerichten und lecker Bierchen im Angebot, zudem gibt es Kopierer, Bankautomaten, Toiletten und Ticketverkauf.

Tipp: Fertig-Reisbällchen in zahlreichen Variationen – lecker, sättigend, günstig und praktisch für unterwegs. Die mit Seegras sind mein Favorit, aber am besten futtert man sich von links oben nach rechts unten durch.

***

D = Demografie

In keinem Land der Welt werden die Menschen so alt wie in Japan. Die Bevölkerungsstruktur ist ähnlich wie die deutsche und die Fertilitätsrate sogar noch geringer. Eltern mit Kindern oder gar Schwangere fallen einem auf den Straßen regelrecht auf. Das Bild prägen Senioren, winzig kleine, leicht verschrumpelt und rüstig wirkend. Allerdings ist man als Tourist natürlich häufig unterwegs, wenn die Jungen bei der Arbeit und die ganz Jungen in der Schule sind. Vielleicht ist mein Eindruck daher etwas verzerrt.

Tipp: Vor allem ältere Ladys tauchen in der U-Bahn gerne in Gangs auf. Wenn man ihnen seinen Platz anbietet, dann schenken sie einem ein herzerwärmendes Lächeln – und wenn man Glück hat auch ein Sahnebonbon.

***

Kyoto

E = Essen

Reis, Fisch und Meeresfrüchte, Eier, Gemüse und Tofu – die japanische Küche serviert diese Basics in unglaublich vielen Variationen, aber das Essen hat mich enttäuscht. Vielleicht hätte ich mutiger sein und die exotischen Sachen probieren oder mal in einem richtig teuren Restaurant essen sollen. Ein paar Benimmregeln: Man lacht nicht über die Silikondoubles im Schaufenster, man bekommt im Restaurant den Platz zugewiesen, man schlürft seine Nudelsuppe.

Tipp: Der große Nishiki Ichiba-Markt im Zentrum von Kyoto ist eine Wucht. 130 Stände in schöner Atmosphäre, man darf alles probieren und bei der Zubereitung zugucken. Echt spannend!

***

F = Fotografieren

Gelegentlich habe ich an mir hinuntergeguckt und kontrolliert, ob ich die Unterhose über der Jeans trage. Anders konnte ich mir nicht erklären, dass die Japaner mich so begeistert fotografieren. Ich wüsste gern, in wie vielen Familienalben ich klebe. Lustig ist es in jedem Fall, wenn die Ladys wild kichernd mit ihrem Smartphone hantieren. Und das Gute ist, dass die Japaner auch umgekehrt entspannt scheinen. Zur Sicherheit habe ich zwar (fast) immer um Erlaubnis gefragt, aber das Fotografieren war nie ein Problem.

Tipp: Victoryyyyyy! Wer sich original japanisch in Foto-Positur werfen möchte, der muss locker in die Knie gehen, eine möglichst unnatürliche Haltung einnehmen und die Finger zum Siegeszeichen spreizen. Smile!

***

G = Geishas

Sie singen, musizieren, tanzen, beherrschen Konversation und Teezeremonie: Geishas sind Künstlerinnen – und keine Prostituierte. Ja, da müssen die Herren jetzt stark sein… Wie wir bei einer tollen Stadtführung in Kyoto erfahren haben, gibt es noch immer Geishas. Allerdings ist der Besuch eines Geisha-Abends wohl nicht nur außerordentlich teuer, sondern man braucht auch einen japanischen Fürsprecher. Die topgestylten Damen im Kimono, die man unterwegs oft trifft, sind meist japanische Touristinnen mit Spaß an Verkleidungen.

Tipp: Neugierig? Dann klickt mal zu Sayuki, der ersten ausländischen Geisha in Tokio. Ich kann nicht einschätzen, wie traditionell sie tatsächlich ist, aber ihre Seite hat einen unschlagbaren Vorteil: Sie ist auf Englisch!

***

bar

H = Hiroshima

Hiroshima ist nicht, wie man es erwartet. Man steigt aus dem Zug und ist in einer modernen Millionenstadt: Baustellen ohne Ende, große Einkaufspassagen, idyllische Flussufer. Für Touristen bietet die Stadt wenig. Wie auch? Die Atombombe vom 6. August 1945 hat alles zerstört. So sind der Gedenkpark mit dem Friedensmuseum und dem Atombombendom der Anzugspunkt schlechthin. Man kann es nicht anders sagen: Der Besuch ist bewegend. Es ist immer wieder erstaunlich, was Menschen anderen Menschen antun können.

Tipp: Im Friedensmuseum unbedingt einen Audioguide leihen. Wer danach Zerstreuung braucht, sollte einen Schnaps im Matobakurabunawanai trinken gehen. Falls ein Typ namens Kenji an der Theke sitzt: schöne Grüße! 

***

I = Interviews

Ich mache auf Japaner offenbar einen höchst vertrauensvollen Eindruck. Zumindest musste ich locker zehn Interviews geben – zur Reise, zum Essen, zum Frieden in der Welt. In mehreren Schulklassen hängen jetzt Peace Messages von Alex aus Mainz. Vor allem um Sprachkenntnisse zu trainieren, sprechen Schüler und Studenten an Touri-Hotspots gerne Ausländer an – nach strenger Auswahl, versteht sich. Irgendwann meinte meine Freundin trocken: „Dieses pinke Shirt ziehst du nicht mehr an. Du fällst zu sehr auf.“

Tipp: Immer schön mitmachen bei Interviews, man trifft nicht oft auf Japaner, die zumindest rudimentär Englisch sprechen. Und man kommt zu ausgesprochen lustigen Erinnerungsfotos!

***

J = Japanisch

So schön ich Japanisch finde – es ist mir ein Rätsel, wie Menschen in diesem Gewirr von Strichen Botschaften erkennen können. Unsere Führerin Mei in Kyoto erklärte uns, dass es sogar vier Schriften gibt, wobei Kanji grundlegend ist und aus dem Chinesischen stammt. Insgesamt gebe es zwar zigtausende Schriftzeichen, viele davon aber ungebräuchlich. Um eine Zeitung lesen zu können, müsse man etwa 2000 Zeichen können. Schüler müssten jeden Tag 100 Zeichen als Hausaufgabe schreiben. Ein Glück bin ich in Rheinhessen geboren.

Tipp: Japaner sprechen kaum Englisch, auch Straßenschilder und Menüs sind meist auf Japanisch. Diese Sprache zu lernen, ist wohl eine Lebensaufgabe, aber ein paar Floskeln sollte man sich draufschaffen.

***

Kyoto

K = Kyoto

Die Weltklimakonferenz – sie ist meist das einzige, das viele mit Kyoto verbinden. Dabei ist die Millionenstadt das kulturelle Herz von Japan. Diese Tatsache hat sie vor der Atombombe bewahrt, denn ursprünglich stand sie oben auf der Liste. Der US-Kriegsminister wusste um ihre Bedeutung und ließ sie streichen. Kyoto ist wirklich schön und bietet zahlreiche Sehenswürdigkeiten – wobei man sich den Kaiserpalast getrost sparen kann, aber den Fushimi Inari-Schrein nicht verpassen darf.

Tipp: eine Stadtführung mit Johnnie & Co. Johnnie führt nur noch mittwochs selber. Wir waren freitags und daher mit Mei unterwegs – fünf Stunden, voll gut! Man erfährt echt viel und kann aaaaaalles fragen.

***

L = Literatur

Oliver Hoffmann und Kikue Ryuno haben den Führer „Reise Know-how Japan“ geschrieben, den ich rundweg empfehlen kann. Zugegeben: Ich kenne auch keinen anderen so gut wie diesen. Die aktuelle Ausgabe von 2014 bietet tolle Bilder, gute Tipps und interessante Infos. Die Stadtpläne jedoch kann man vergessen, die Drecksdinger! Aber ich befürchte, das gilt für viele Japan-Führer. Am besten holt man sich Pläne in Touri-Infos. Die haben einen guten Maßstab und sind meist auf Englisch und Japanisch – damit sollte nichts schiefgehen.

Tipp: Murakami, Murakami, Murakami – wer in deutschen Buchläden nach japanischer Belletristik fragt, landet unweigerlich beim Meister der lakonischen Geschwätzigkeit. Wer mal was anderes lesen will, hier lang.

***

M = Mode

Geht nicht, gibt’s nicht – das scheint die prinzipielle Haltung der Japaner bei Klamotten zu sein. Sie gelten als ziemlich modeverrückt mit einem Hang zu wildem Stilmix. Ist schon ulkig: Im Alltag sieht man die typischen Business-Japaner mit Kostüm oder dunklem Anzug, Aktentasche und Föhnwelle. Aber ab und an blitzt dazwischen eine kreischbunte Fantasiegestalt auf. Dabei scheinen die Frauen mit ultrakurzen Röcken, Kniestrümpfen und geflochtenen Zöpfen einen merkwürdigen Hang zur Schulmädchenoptik zu haben.

Tipp: Wer einen Eindruck von den unendlichen Weiten der japanischen Modewelt haben möchste, sollte sich das Blog Japanese Streets angucken: Die Fashion-Bilder sind spitze.

***

Nara

N = Nara

Was für eine Erholung! Nach all den Millionenstädten auf unserer Reise war das mit 360.000 Einwohnern fast dörfliche Nara die reinste Idylle. Das liegt auch an den rund 1200 Sikahirschen, die mitten in der Stadt leben. Wie und wann die Tiere in den Nara-Park und die umliegenden Straßen fanden, ist nicht bekannt. Vermutlich stammen sie von Hirschen ab, die einst am Kasuga-Schrein gelebt haben. Dort wurden sie von der Familie Fujiwara angesiedelt, weil in der Vorstellung der Gläubigen die Gottheiten des Kasuga auf Hirschen reiten.

Tipp: ein Picknick im Nara-Park – wunderschön, wenn das feuerrote Herbstlaub in der Sonne leuchtet. Das Essen sollte aber unbedingt gut verpackt sein, sonst kommen die unersättlichen Hirsche und fressen alles weg.

***

O = Osaka

Warum sollte man nach Osaka reisen? Ich habe keine Ahnung! Die Stadt ist ganz nett, aber nicht so reich an Kultur wie Kyoto, nicht so bombastisch wie Tokio, nicht so erholsam wie Nara. Osaka ist vor allem „nicht so wie…“. Die 2,5-Millionen-Stadt direkt an einer Bucht war allerdings unsere erste Station einer viel zu kurzen Reise und ich muss zugeben, dass mich nicht nur der Jetlag voll im Griff hatte, sondern mich auch die allgegenwärtige Beschallung ganz huschig machte. Ich war nicht in Osaka, ich war in einer Zwischenwelt.

Tipp: Nachtfahrt in einem der größten Riesenräder der Welt nahe der Hankyu Umeda Station. Der Blick über die funkelnde Stadt ist toll – und die Geräuschkulisse ist minimal.

***

P = Platz

Auf den Mainzer Wohnungsmarkt kann man nicht genug schimpfen – ein Japaner kann darüber aber wohl nur milde lächeln. Die bauen Häuser auf Flächen so groß wie unsere Parkplätze und sind Meister der Raumnutzung. Ins Extreme treiben das die Kapselhotels. Statt Zimmern gibt es winzige, gestapelte Schlafkapseln, die mich schwer an die Leichenaufbewahrung in einer Pathologie erinnern. Zudem gibt es Gemeinschaftsbäder und extra Gepäcklager. Speziell, aber nichts für Klaustrophobe!

Tipp: Leider oft auch nichts für Frauen. Die sollten unbedingt vorab checken, ob sie im Kapselhotel übernachten dürfen. Traditionell sind die für Männer – da bin ich voll auf die Nase geflogen!

***

Q = Quatar Airways

Ich muss bekloppt gewesen sein. Ich habe nämlich einfach den billigsten Flug genommen, der so kurzfristig noch frei war. Er war billig, 680 Euro, und ich habe für mein Geld echt was bekommen: 20 Stunden Reisezeit. Nichts gegen Quatar Airways: viel Platz, nette Crews, gutes Essen und eine schöne Auswahl Bollywood im Sitzkino. Hilft aber alles nichts, denn Japan ist weit weg und die Zwischenlandung in Doha macht es noch weiter und ich habe mich am Schluss gefühlt, als bekäme ich acht Thrombosen gleichzeitig. Nur noch Direktflug!

Tipp: Vorm Ticketkauf unbedingt das Gehirn einschalten. Hilft immer, für Japan und alle anderen Ziele.

***

tokio

R = Religion

Die Japaner scheinen eine entspannte Haltung zur Religion zu haben. Je nach Laune, Anliegen und Festivität wendet man sich dem Buddhismus oder Shintoismus zu. Der Shintoismus hat keinen Begründer, keine Dogmatik und keinen Jenseitsglauben, sondern er sieht das Göttliche in allen Dingen. Das nenne ich menschenfreundlich! Wenn man sich eine Weissagung machen lässt, die einem nicht passt, hängt man den Zettel mit ihr irgendwohin und ist sie los. Meine flattert am Geländer des Asakusa-Schreins in Tokio.

Tipp: der Fushimi-Inari-Schrein in Kyoto. Dort ist zwar die Touri-Hölle los. Aber wenn die Abendsonne die 10.000 Shinto-Tore im unglaublichsten Rot leuchten lässt, dann hat dieser Ort etwas zutiefst Spirituelles.

***

S = Sumo

Als Rheinhessin kommt man sich beim Sumo schon etwas fremd vor. Aber faszinierend ist sie halt auch, diese vielleicht japanischste aller Sportarten, die sich aus Shinto-Veranstaltungen entwickelt hat und noch heute sehr archaisch anmutet. Die Bedeutung vieler Rituale wird man nachlesen müssen, aber das Spektakel an sich mit seinen umjubelten Makuchi-Kämpfern, der traditionellen Bekleidung und den immer wiederkehrenden Rhythmen ist den Besuch wert. Und den Ablauf der Kämpfe versteht man schnell: kawumm-aua-aus.

Mein Tipp: Unbedingt beim Sumo-Verband checken, wann und wo die großen sechs Turniere des Wettkampfjahres sind und dann nix wie hin !

***

T = Tokio

Tokio ist Urbanität der Extreme. Der Hauptbahnhof dürfte so groß sein wie mein Heimatdorf. Alles ist riesig, voll und weit weg. Die Stadt ist Teil des mit Abstand größten urbanen Raums der Welt: In Tokio-Yokohama leben knapp 38 Millionen Menschen. Nichts für Schlenderer mit Lust auf Zufallsentdeckungen. Leider bin ich an dieser Stadt gescheitert, ich habe sie irgendwie nicht aufbekommen. Es fühlt sich an, als hätte ich eine Tafel deliziöse Schokolade in der Hand gehalten und es nicht geschafft, die Verpackung zu öffnen.

Tipp: Am tollsten sind natürlich Ratschläge von Einheimischen. Wer keine kennt, findet bestimmt originelle Hinweise auf Tokyo for 91 days – leider habe ich die reiselustigen Herren zu spät entdeckt.

***

andon

U = Unterkünfte

Lange fackeln ist keine gute Idee. Wer wie wir in der Hochsaison im Herbst unterwegs ist und gerne günstig wohnt, sollte einige Tage im Voraus buchen. Sonst verbringt man Stunden am PC auf der Suche nach einem freien und bezahlbaren Bett – das letztlich nur in einem Schlafsaal steht. Ich bin eigentlich kein Freund von Portalen wie Booking und Hostelworld, aber die Verständigung auf Englisch kann durchaus schwierig sein und da sind diese internationalen Dienste mit verstellbaren Sprachen doch ziemlich praktisch.

Tipp: übernachten im Andon, einem tollen Designer-Ryokan in Tokio mit reizendem Personal, dem weltbesten Hagebuttentee und einem wunderbaren Jacuzzi, ideal für strapazierte Waden.

***

V = Verhalten

Ich befürchte, eine Supermarktkassiererin erzählt noch heute von mir. Ich hatte eine Flasche Wasser gekauft, wartete nach der Kasse auf meine Freundin und trank derweil meine alte Flasche aus. Das war offenbar schlimm. Jedenfalls bekam die Frau einen nach japanischen Verhältnissen erstklassigen Wutanfall und faltete mich lautstark zusammen. Ich kapierte leider nichts – bis ihr Kollege mir mit Händen und Füßen klarmachte, dass das mit dem Trinken nicht geht und mich eiskalt rauswarf. Andere Länder, andere Sitten…

Tipp: Japaner schlürfen mit Wonne ihre Nudelsuppe und verabscheuen Naseputzen. Leider sind das noch nicht alle Unterschiede. Am besten guckt man im Reiseführer nach – und akzeptiert ansonsten die Schreierei.

***

rheingau

W = Wein

Ich stamme aus Rheinhessen. Natürlich probiere ich gerne die Weinvarianten anderer Kulturen. Bei den Japanern ist das bekanntermaßen in erster Linie der Reiswein Sake, der lauwarm und in herbem Ausbau sehr lecker sein kann. Als mir aber ein Freund vom „Rheingau“, einer deutsch-japanischen Version rheinromantischer Gemütlichkeit in einem Tokioter Hintergässchen berichtete, musste ich dorthin. Eröffnet hat sie ein in Mainz lebender Japaner. Ich hoffe sehr, dass Herr Sasaki bald auch eine Sake-Bar bei uns aufmacht.

Tipp: Ich könnte jetzt hier beschreiben, wie man zum „Rheingau“ findet, aber das wäre ja langweilig. Der Weg ist das Ziel! 🙂 Wer es geschafft hat, dem empfehle ich den Riesling von Schloss Schönborn.

***

X = X-Crossing

Zebrastreifen, die nicht nur im rechten Winkel, sondern auch diagonal über Straßen führen – das gibt es zwar nicht nur in Japan, aber vermutlich sind nirgendwo sonst auch nur annähernd so viele Menschen unterwegs. Der japanische Name für diese X-Crossings lautet Knäuel-Kreuzung – wie passend. Sobald nämlich die Fußgängerampeln für alle Richtungen gleichzeitig auf Grün springen, setzt sich die Masse in Bewegung – Augen zu und durch! Als kleiner Mainzer kann man da mal kurz verwirrt sein.

Tipp: Die Diagonalquerung am Bahnhof Shibuya in Tokio ist mittlerweile angeblich einer der meistfotografierten Orte in der Hauptstadt. Was für ein Gewusel!

***

Y = Yen

10 Euro entsprechen 1408,350 Yen. Das Umrechnen im Kopf ist die Hölle! Ich habe es irgendwann einfach bleiben lassen, hatte ich doch eh den Eindruck, dass Japan nicht so teuer ist, wie bei uns gemeinhin angenommen wird. Alltagsdinge sind im Schnitt etwas teurer als bei uns, allerdings ist Deutschland halt auch in vielem sehr billig. Für meine zweiwöchige Reise durch Osaka, Kyoto, Tokio, Hiroshima, Fukuoka und Nara, inklusive Flug, Japan Rail Pass und allem anderen habe ich 1700 Euro gelöhnt. Und das geht sicher noch etwas billiger.

Tipp: Bloß kein Trinkgeld geben! Ich habe nicht verstanden, wo das Problem in dieser nettgemeinten Geste liegt, aber in Japan macht man das nicht.

***

zug

Z = Zugfahren

Lieber Fußpilz als pendeln mit der Deutschen Bahn. Ich sage das aus vollster Überzeugung, seit ich drei Monate zwischen Koblenz und Mainz hin- und herfahren musste. Aber als Mainzer ist man mit der Bahn ja Kummer gewöhnt. Japan dagegen ist ein Zugland, die Strecken sind gut ausgebaut, die Bahnhöfe top organisiert, die Fahrpläne eng getaktet, die Hochgeschwindigkeitszüge Shinkansen blitzschnell, sauber und bequem. Und das Beste sind die Bento: kleine Menükästchen mit kreischbuntem Essen für die Reise, die es an jedem Bahnhof in Hülle und Fülle gibt.

Tipp: Unbedingt einen Japan Rail Pass kaufen. Der ist nicht billig, aber billiger als vieles andere. Achtung, den Pass gibt es nur im Ausland und nicht in Japan!

Wunderkerzen weltweit – heute: Mainz

23 Okt

radweg Warum sind Pizza-Schachteln eckig? Warum hatte Tarzan keinen Bart? Warum sind die Schlümpfe blau? Und warum – um Himmels Willen – gibt es diesen Radweg? Die gut 28 Meter zwischen Dominikanerstraße und Ludwigsstraße dürften der kürzeste Radweg weltweit sein. Für diese Strecke braucht man in Stadtradeltempo rund acht Sekunden – bevor man auf der gut befahrenen Großen Langgasse landet, was ich keinem empfehlen kann. Die Radler auf dem Bild scheinen das ähnlich zu sehen und tun das einzig Richtige: gleich auf der Straße fahren. Acht Sekunden, das ist etwa die Zeit, die man braucht

  • um den vom großen Bruder geklauten, sehr teuren Wein zu öffnen
  • um die Fernbedienung zu nehmen und Politik-Talks abzuschalten
  • um einen Zwiebelkuchen-Federweißer-Pups von Format zu lassen
  • um ein Mon Chéri auszuwickeln und sich fürs Joggen zu dopen
  • um Autofahrer auf der Langgasse mit ordinären Gesten zu verwirren.

Ihr seht, man kann viel Sinnvolles tun in acht Sekunden. Sie auf diesem Radweg zu verbringen, gehört definitiv nicht dazu. Weitere Attraktionen von Mainz findet ihr hier!

Fünf Erkenntnisse als Wackelelvis von Windhoek

30 Sep

schilder

Der Taxifahrer geht aufs Gas, als müsse er ein gefährliches Tier zertreten. Mit quietschenden Reifen heizen wir die Independance Avenue entlang und ich werde von der Fliehkraft in den Beifahrersitz gedrückt wie Thomas Reiter beim Start zur ISS. Ich will mich anschnallen, aber der Gurt ist kaputt. Macht nichts, denn kaum winken drei schwarze Ladys vom Straßenrand, geht der Mann wieder auf die Bremse – ich kippe katapultartig nach vorne.

Während die drei einsteigen, schwankt mein Sitz wild hin und her und ich beschließe, den namibischen Taxiverband mit dem deutschen TÜV bekannt zu machen. „Hello everybody!“, sagt die erste. „Jesus!“, sage ich und versuche den Sitz zu beruhigen. „Germany?“, fragt die zweite grinsend und ich sage: „No, Kuiseb Street, please!“ Ein erdbebenähnliches Lachen kommt von der dritten und wir diskutieren die Route: Ich muss nach Eros, das Trio zur Maerua Mall, also die andere Richtung. Aber ich habe es nicht eilig und fahre die Runde mit.

Reisetipps und die reale Welt

Während der Fahrer erneut sein Gaspedal malträtiert, ziehe ich Zwischenbilanz: Oft hört man, Taxifahren sei gefährlich, man solle sich die Registriernummer auf der Karosserie merken, sich unbedingt anschnallen und dem Fahrer unmissverständich klar machen, dass man keine anderen Fahrgäste wünscht. Ich habe in kürzester Zeit alles falsch gemacht. Diese Tipps sind eben nicht alltagstauglich für Windhoek. In dieser Stadt gibt es nahezu keinen öffentlichen Nahverkehr, alles läuft über Sammeltaxis, die nonstop hupend durch die Straßen cruisen, möglichst viele Leute aufnehmen und Fixpreise verlangen: 9 Namibia-Dollar für eine kurze Tour, 18 Dollar für eine lange.

Es gibt zwar spezielle Touristen-Taxis, aber die sind rar gesät und deutlich teurer, ich nehme sie nur für Nachtfahrten. Mir scheinen die Warnungen vor kriminellen Taxifahrern ein wenig übertrieben. Während die Weißen fast alle ein eigenes Auto haben, können sich das die wenigsten Schwarzen leisten und fahren ausschließlich mit den billigen Sammeltaxis. In Windhoek müssen pro Tag zigtausende von Fahrten über die Bühne gehen und ich finde, dafür hört man recht selten von Überfällen.

Wir brausen die Mugabe Avenue entlang, vom Rücksitz kommt ein einziges Geschnatter und Gegacker. Der Fahrer stöpselt seinen USB-Stick in die Anlage und dreht die Musik so laut auf, dass den Ladys fast das Kunsthaar aus den Zöpfen fliegt. Mein Sitz groovt mit. Eins muss ich diesem Verrückten lassen: Die Musik ist top. Ich beginne mich als Wackelelvis ganz gut zu fühlen, stupse mich mit der Schulter an der Scheibe ab und schwanke voll im Rhythmus hin und her. Als wir an der Mall halten frage ich nach dem Musiker. Es entbrennt eine wilde Diskussion, die zu nichts führt. Konsens: Der Mann ist Nigerianer.

Der Nordstern für Taxifahrer

Wir gabeln neue Passagiere auf und der Fahrer fragt noch mal, wohin ich will. „Kuiseb Street“, sage ich und der Mann runzelt die Stirn. „Muhammed Ave“, ergänze ich und verwirre ihn gänzlich. Okay, ich gebe es auf. Das war mein ultimativer letzter Versuch mit dieser Ansage ans Ziel zu kommen. Ich sage „Joe’s Beerhouse„. Er geht aufs Gas, tippt auf seiner Anlage herum und ich wackele wieder vor mich hin.

Wir heizen Richtung Eros und ich genieße diese Fahrt so richtig: Sonnenbrille auf, Ellbogen aus dem Fenster und Fury unterm Hintern. Yo, baby, yo! Aber schon legt der Taxi-Gangsta eine Vollbremsung hin, Split spritzt nach allen Seiten und wir schlittern vor die Einfahrt zu Joe’s. Mein Sitz schleudert so heftig nach vorne, dass mir die Brille von der Nase rutscht und an einem Ohr baumelt. Ich schlage mir das rechte Schienbein an. Während ich mich auf ernsthafte Verletzungen untersuche, frage ich nach dem aktuellen Song. Wieder gehen Diskussionen los, die wieder zu nichts führen. Einziger Konsens: Auch diese Musik ist aus Nigeria. Als sich auch noch die Security von Joe’s einschaltet, lege ich zehn Dollar aufs Armaturenbrett und klinke mich aus. Leicht wackelig auf den Beinen schwanke ich nach Hause und ziehe Schlussbilanz:

  1. Es gibt Reiseführer und es gibt die Realität. Die Realität gewinnt.
  2. Verkehrsregeln werden überschätzt. Straßennamen auch. Der TÜV auch.
  3. Humor hilft. Immer. Schienbeinschoner sind aber auch nicht schlecht.
  4. Namibische Taxis sind gar keine Taxis, sondern rollende Diskotheken.
  5. Die beste Musik kommt aus Nigeria – aber keiner weiß, von wem genau.
Autor, Träumer und Freibeuter

Verfasser von Gegenwartsliteratur, Kurzgeschichten, Gedichten ...

Reiseblog Weltenbummler Mag

Reisen macht glücklich & darüber lesen auch

Abenteuer Mexiko

Ich gehe 9 Monate nach Mexiko. Und das ist mein Blog. So!

Erdmannlibob's Weisheiten

Erlebnisse, Erfahrungen und Erdichtungen

Betrachterauge

Die Schönheit liegt im Auge des Betrachters

Urgeschmack

Das Blog von Alexandra Schröder über Reisen und Knaller aller Art

101places.de

Das Blog von Alexandra Schröder über Reisen und Knaller aller Art

Lilies Diary

Der alltägliche Wahnsinn

Anemina Travels

Dein Urlaub kann mehr: Individualreisen und Abenteuer weltweit

Little Miss Itchy Feet

Nachhaltiges, Inspirierendes und Mutmachendes von unterwegs.

Das Abenteuer im Gepäck

Als Backpacker die Welt entdecken

Jo Igele Reiseblog

Das Blog von Alexandra Schröder über Reisen und Knaller aller Art

danares.mag

Kulturblog für Weltliteratur & Straßenpoesie

WIRRE WELT BERLIN

Ihr werdet euch noch wundern

Wäller Weisheiten

Wie Opa die Welt sieht