Tag Archives: Südafrika

Places to see before you die

15 Sep

weltkarte

Wayne schiebt sich die Mütze in den Nacken: „Südafrika, definitiv Südafrika! Es ist das schönste Land, das ich kenne.“ Wir notieren „Südafrika“. Mariska ist an der Reihe: „Ich war noch nicht dort, aber Hongkong – unbedingt!“ Wir schnappen unsere Stifte und schreiben „Hongkong“. Wir, das sind neben mir Annik aus Belgien, Tammy aus Kanada, Maria aus Brasilien, Wayne aus Südafrika und Mariska aus den Niederlanden. Wir sind einige der zahlreichen Volontäre im Kibbuz Ginossar. Normalerweise pflücken wir Bananen, putzen im winzigen Krankenhaus oder bespaßen die alten Kibbuzniks. Aber heute ist Sabbat und während ganz Israel der Mittagshitze durch innere Einkehr zu entfliehen scheint, sitzen wir auf der Veranda unseres Volunteers-Hauses auf ramponierten Matratzen und planen die Welteroberung. Es ist das Jahr 1995, ich bin blutjunge 19 Jahre alt und gerade dabei, die Welt zu entdecken.

Auch wenn mittlerweile fast 20 Jahre vergangen sind, ist mir diese Szene so lebhaft vor Augen, als wäre es gestern gewesen. Das liegt zum einen daran, dass Ginossar die erste große Reise meines Lebens war. Das liegt zum anderen aber daran, dass mir beim Putzen mein altes Tagebuch in die Hände gefallen ist und ich wie immer jede Gelegenheit zu einem nicht verdienten Päuschen nutze. Während aus meinem Putzeimer dampfende Schwaden aufsteigen und den Raum mit einer Duftnote zwischen Caipirinha und Klostein füllen, sitze ich neben meinem Bett und grinse mir was – über meine Abiturienten-Handschrift, über meine Zeichnungen, über meine Gedanken von damals.

Dann kann ich nicht anders: Ich kontrolliere, welche Länder auf unserer gemeinsam erstellten „Places to see before you die“-Liste ich schon gesehen habe. Nicht so viele – da wartet zum Glück noch einiges auf mich. Ich bin viel gereist, aber es hat mich meist woandershin verschlagen. Und oft hat es mir in den Ländern, in die ich eher zufällig geraten bin, besonders gut gefallen. Das fing schon mit Israel an: Ich hatte nie Interesse an diesem umkämpften Flecken im Nahen Osten, aber ich konnte mir direkt nach der Schule nichts anderes für einen längeren Aufenthalt leisten – und fand es großartig! Bucket Lists sind Träumereien in Zeiten des Fernwehs und werden glücklicherweise immer wieder von der Realität des Reisens überholt.

Ach übrigens: Lieber Wayne, falls du mittlerweile Deutsch kannst und das hier lesen solltest: Du hattest Recht, Südafrika ist wunderschön – danke für den Tipp! Falls noch jemand eine Empfehlung hat: Immer her damit! 🙂

Suff weltweit: S wie…

9 Mai

Travel-and-Food-Blogs sind sehr in. Ich lese sie gern. Mit exotischem Essen und mir ist es aber so eine Sache. Mopane-Raupen in Namibia, gegrillte Heuschrecken in Thailand, Froschschenkel in Frankreich? Nein, danke! International gesehen ist das Trinken mehr mein Metier. Deswegen gibt es die Rubrik “Suff weltweit von A-Z” – wird natürlich fortlaufend erweitert.

S wie…

Ein Savannaaaa... Erst fotografiert und dann getrunken von: Ben LInsner.

Savannaaaa… Erst fotografiert und dann getrunken von: Ben Linsner.

Savanna in Namibia: Ich sitze auf dem Hof vor unserem Häuschen in Windhoek und lasse mir den Rücken von der untergehenden Sonne wärmen. Wenn ich die Füße so auf dem grünen Geländer abgelegt habe, dann kann ich über meinen Schuhspitzen die Auasberge sehen. Ich liebe diesen Blick: Die Berge leuchten orangerot und der Himmel blitzt im klarsten Blau, bevor sich ganz langsam etwas Lila hineinschleicht. Die Weite, das Licht, die Luft – meine namibische Trias. Darauf ein Savanna!

Zu Hause in Mainz habe ich für Äbbelwoi nur tiefste Verachtung übrig. Aber dieser Cider Savanna dry ist mein neues Lieblingsgetränk und – neben meinem Lieblingsmitbewohner, meinem Lieblingsfußballtrainer und meinem Lieblingssportkollegen – zu meinem ständigen Begleiter geworden. Flüssig gewordenes Namibia sozusagen, herbfruchtig im Geschmack, golden in der Farbe und mit 6 Volumenprozent Alkohol genau im richtigen Maße gehirnlockernd. Dabei stammt das wunderbare Gesöff aus Südafrika. Alles andere hätte mich auch gewundert, denn ich habe bislang keinen einzigen Apfelbaum in Namibia gesehen. Das trilaterale Miteinander funktioniert bei mir allerdings vorbildlich. Zumindest schließen der namibische Sweet-Chili-Biltong und der südafrikanische Cider gerade mit meiner rheinhessischen Zunge einen sehr schmackhaften Freundschaftsvertrag…

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Suff weltweit: R wie…

5 Mai

Travel-and-Food-Blogs sind sehr in. Ich lese sie gern. Mit exotischem Essen und mir ist es aber so eine Sache. Mopane-Raupen in Namibia, gegrillte Heuschrecken in Thailand, Froschschenkel in Frankreich? Nein, danke! International gesehen ist das Trinken mehr mein Metier. Deswegen gibt es die Rubrik “Suff weltweit von A-Z” – wird natürlich fortlaufend erweitert.

R wie…

honigbusch

Rooibos in Südafrika: Mein Hintern schmerzt wie Hölle. Endlich sind wir in Clanwilliam und raus aus den Zederbergen – oder zumindest auf einer Teerstraße. Ich liebe Teerstraßen. Die sind so geteert. Als ich auf den Hof der Rooibos Ltd. Company fahre, erinnert sich mein Allerwertester noch an sämtliche Steine und Schlaglöcher, die wir in diesen ungeteerten – und zugegebenermaßen wunderschönen – Zederbergen kennengelernt haben. Bevor wir uns ins Wineland aufmachen, wollen wir uns hier die Produktion von Rooibos angucken und mit Souvenirs eindecken. Auf den Tee halten die Südafrikaner große Stücke, schließlich wächst er nur in ihren Zederbergen.

Warum das so ist, obwohl Japaner und Chinesen alles versucht haben, um den Ginster ähnlichen Busch auch bei sich anzupflanzen, wie uns eine Angestellte erklärt, wisse man nicht. Es sei wohl die ganz eigene Mischung aus sandigen Böden, Höhenlage und pH-Wert. Mir schwant allerdings, dass die Lady uns das Geheimnis eh nicht verraten würde. Denn der weltweite Absatz der heimischen Spezialität steigt und steigt. Das rotbraune Getränk ist aber auch lecker – ganz besonders der Honigbusch. Die Pflanzen sind keine Teesträucher, sondern Schmetterlingsblüter. Sie enthalten kein Koffein und kaum Gerbstoffe, das heißt, der Geschmack ist mild und leicht süßlich. Außerdem macht Rooibos schön und schlau wegen all seiner Mineralstoffe.

Früher gab es Rooibos nur in Reformhäusern, mittlerweile gibt es den Tee nicht nur in fast jedem Supermarkt, sondern es gibt auch Pralinen, Marmelade, Joghurtriegel, Chutney, Sirup, Eistee, Seife, Anti-Aging-Creme, Shampoo, Waschgel, Badezusatz, Lippenbalsam und Reinigungstücher mit Rotbusch. Nicht zu vergessen: Fußcreme. Eine heilende Popo-Creme für Fahrten durch die Zederberge – die habe ich aber leider noch nicht entdeckt.

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Mein Liebster Award – Blogstöckchen!

21 Apr

Joyce und Karen haben mich eingeladen, ihre elf Fragen vom Liebster Award zu beantworten. Sinn dieses Awards ist es, andere Blogs bekannter zu machen. Da bin ich doch gerne noch mal dabei. Im Anschluss darf ich dann meine elf Fragen an elf interessante Blogger richten, die wiederum je elf Fragen an elf weitere Blogger stellen.

1. Wie bist Du zum Bloggen gekommen? Das Reisebloggen fing an, als ich sehr überraschend meinen Job verlor und die neue Freiheit zu einem Auslandsaufenthalt nutzte: Ich reiste für drei Monate zum Arbeiten nach Namibia und wollte die Daheimgeblieben auf dem Laufenden halten. Ein klassisches Family-and-Friends-Blog, das nun einfach immer weiter wächst.

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2. Was gefällt Dir am Bloggen? Ich schreibe einfach gern. Und das Bloggen ist eine schöne Form, seine manchmal bewegenden, oft lustigen und immer spannenden Erlebnisse auf Reisen festzuhalten. Außerdem lernt man darüber Gleichgesinnte kennen – das ist eine nette Community.

3. Was wünschst Du Dir von Deinen Lesern? Was alle wollen: Rückmeldungen, Kommentare, Austausch. Gerne ein paar Tipps und Anekdoten von ihren Reisen. Und wenn man Kontakte knüpft und sich irgendwann mal „in echt“ und vor allem on Tour trifft – um so besser!

4. Was bedeutet Dir Glück? Viel. Immer her damit!

5. Gibt es einen Traum, den Du Dir schon erfüllt hast? Ja 🙂

6. Gibt es einen Traum, den Du Dir unbedingt noch erfüllen möchtest? Einen? 1. Ich möchte eine Ayurweda-Massage von Shah Rukh Khan am Strand von Goa, 2. Ich möchte mich als Mann verkleiden und mich ins Crazy am Mainzer Bahnhof schmuggeln, 3. Ich möchte freien Zugang zu den Produktionsstätten von Baileys.

palme

7. Wer oder was inspiriert Dich? Alles Mögliche, generell habe ich ein großes Herz für Überraschungen und Absurditäten im Alltag, für Kulturschocks und den Moment, wenn der Schock nachlässt. Ich mag es, wenn man manchmal einfach in was hineingerät – sofern das Leben nicht daran hängt!

8. Was war das Überraschendste, was Du bei einer Reise bisher vergessen hattest? Nix. Ich bin ziemlich gut organisiert – da könnt ihr euch alle eine Scheibe abschneiden ;).

9. Hast Du ein außergewöhnliches Erlebnis zu berichten mit jemanden aus einem anderen Kulturkreis? Da gibt es unzählige. In Trinidad auf Kuba sind meine Freundin und ich mit einem Taxi zu einem Nationalpark gefahren. Am Steuer saß ein weißhaariger, alter Mann. Er war stumm und abweisend. Als er aber mitbekam, dass wir Deutsche sind, sprudelte es in hervorragendem Deutsch aus ihm heraus. Er war ein leidenschaftlicher Fan unseres Landes, hatte sich alles selber beigebracht. Er wusste sofort, wo unsere Heimatstädte Mainz und Koblenz liegen, schwärmte von unserer Sprache und Literatur. Er war jedoch keiner der allgegenwärtigen DDR-Kubaner, er wollte auch kein Geld und keine Einladung fürs Auswärtige Amt.  Er wollte etwas anderes: „Eines Tages werde ich als freier Mann meine Koffer packen und endlich nach Deutschland reisen – und dann werde ich als freier Mann nach Kuba zurückkehren.“ Ich hoffe, sein Traum wird irgendwann wahr.

10. Was war das Ungewöhnlichste, was Du bisher fotografiert hast? „Ungewöhnlich“ ist vielleicht nicht ganz das passende Wort, aber als ich mit zwei Freundinnen vor diesem Optikerladen in Südafrika stand, haben wir uns nicht mehr eingekriegt:

Hermanus/Südafrika, 2006

Hermanus/Südafrika, 2006

11. Teile mit uns Dein schönstes Reiseerlebnis! Oh Schreck, es gibt so viele – angefangen von einem äußerst skurrilen Junggesellenabschied in Namibia, über eine mystische Nachtfahrt durch die Negev in Israel bis zu einem wunderbaren Fado-Abend in Lissabon. Wirklich großartig war auch ein Erlebnis in Costa Rica. Wir haben uns früh morgens aus dem Bett gequält und sind zum Strand gegangen. Die Leute aus dem Dorf hatten sich im Morgengrauen versammelt, um frisch geschlüpfte Schildkröten ins Meer zu entlassen. Wie diese kleinen, tapsigen Dinger unbeirrbar ihrer Natur gefolgt sind und sich von den Wellen haben mittragen lassen – das war bewegend.

matapalo

Meine elf Fragen gehen an Anemina, Annewhere, Betrachterauge, Danares, In other news, Stadtblogozin, Textnomadin, Travelling ColognianTravelproject2014, Weltreisejunkies, Writing Tool

  1. Welches Land hat dich am meisten berührt?
  2. Wo gibt es den schönsten Sonnenuntergang?
  3. Wo hast du die wildeste Party gefeiert?
  4. Reist du lieber allein oder lieber mit jemandem?
  5. Erzähl mir eine Taxigeschichte!
  6. Erzähl mir eine Thekengeschichte!
  7. Erzähl mir eine Tiergeschichte!
  8. In welcher Situation hattest du Angst?
  9. Was ist typisch deutsch?
  10. Nenne einen Geheimtipp für deine Heimatstadt!
  11. Warum hast du angefangen zu bloggen?
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20 Mrz

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