Tag Archives: Koh Chang

Thailand – 10 Knaller!

30 Nov

Knapp 70 Millionen Menschen leben in Thailand, dem Reich von König Bhumibol Adulyadej. Das tropisch-heiße Land, das mit viel Fantasie die Form eines Elefantenkopfes hat, ist das einzige Südostasiens, das nie europäische Kolonie war.  Zehn weitere Eigenheiten, die das Paradies ausmachen:

meer

1. Thailand ist schön. Ich bin Rheinhessin. Rheinhessen ist hübsch, aber nicht für seine Küste berühmt. Vielleicht bin ich deswegen immer ergriffen, wenn ich am Meer bin und mir die Brandung in den Ohren rauscht. Unsere Tage auf der kaum erschlossenen Insel Koh Chang sind paradiesisch.

bangkok2. Bangkok heißt wörtlich übersetzt „Dorf im Pflaumenhain“. Dieser Name muss aus Zeiten stammen, als Buddha noch Pipi in die Windeln gemacht hat. Jedenfalls sehe ich kein Dorf, keine Pflaumen, keinen Hain. Ich sehe eins: Gute Chancen auf einen schnellen Tod im Verkehr. Augen zu und durch!

revue3. Am Sextourismus kommt man nicht vorbei. Es ist ein Vorurteil, dass nur alte Säcke das Angebot nutzen. Ich sehe auch attraktive Traveller anbändeln. Suggeriert einem das ständige Angebot, die scheinbare Normalität, dass man sich das „gönnen“ darf? Mittlerweile ist die Prostitution eine Attraktion für sich. Die Welt der Geschlechter ist eh verwirrend: Ladyboys sind oft von solch graziler Schönheit, dass man als tumber Touri ziemlich dumm guckt.

garkueche4. Es gibt ein Sprichwort: Thais sind am Essen oder denken daran, was sie essen werden. Kein Wunder: Die Küche ist die leckerste, die ich kenne. Überall brutzelt und dampft es, Garküchen säumen die Straßen und das schmeckt! Duftiger Jasminreis, perfekt gegartes Gemüse, delikate Früchte, frischer Fisch, Kokosdesserts, oooh…

muecken5. Es krabbelt und flattert überall, vor allem nachts. Einiges Getier ist gefährlich, allerdings haben die Viecher genauso wenig Bock auf uns wie wir auf sie. Das ist die gute Nachricht, denn ich sage es ganz deutlich: Abgesehen von Ameisen kann ich Insekten nicht leiden. Wer es schafft, kann seine Pole-Position in der Nahrungskette dadurch unterstreichen, dass er gebratene Insektensnacks verspeist.

jadebuddha6. Religion – ich finde sie faszinierend, aber ich verstehe sie nicht. Als Tourist lernt man den allgegenwärtigen Buddhismus wie so vieles nur oberflächlich kennen. Man bewundert die Würde der Mönche, den Glanz der Buddhafiguren, die Exotik der Tempel. Fertig, das nächste Highlight bitte! Allein die Anlage Wat Phra That Doi Suthep bei Chiang Mai mit ihrem Glockenspiel und dem grünen Jade-Buddha hinterlässt bleibenden Eindruck bei mir.

7. Ich mag klare Ansagen. Das ist das Problem in der Kommunikation zwischen mir und den stets lächelnden Thais. Für klare Ansagen sind sie zu höflich und enttäuschen wollen sie den Gast schon gar nicht. Das ist liebenswert, aber es erschwert das Reisen. Vom oft überraschend schlechten Englisch mal ganz abgesehen. Bei einem Taxifahrer in Bangkok raste ich aus. Keine Details.

boxen8.  Die Höflichkeit hat Grenzen. Wir besuchen in Bangkok einen Kampf im Thaiboxen. Ich bin pikiert, weil wir in einen extra Bereich müssen, aber dann bin ich dankbar. Die stillen Thais verlieren die Fassung! Noch während des Kampfes wird gewettet, heilloses Chaos, man rüttelt an den Gittern, wirft Gegenstände und brüllt, als ginge es ums Leben.

loikrathong9. Möge aller Groll davonschwimmen und die Seele gereinigt zurücklassen – kann nix schaden, oder? Darum geht es beim Lichterfest Loi Krathong, bei dem Flößchen aus Blättern, Blumen und Kerzen auf dem Wasser treiben und leuchtende Papierballons in den Nachthimmel ziehen. Was zudem eine Augenweide ist. Wir feiern Loi Krathong in Sukhothai, in den Ruinen der alten Königsstadt. Manche halten diesen geschichtsträchtigen Ort für das Herz von Thailand. Ich weiß nicht, ob das stimmt – aber es scheint mir realistisch.

10. Ob Taxifahrten, bei denen allein der Fahrer Ziel und Preis festlegt, ob ungeplante Übernachtungen bei Heinz Herrmann nahe der Grenze zu Kambodscha, weil die letzte Fähre weg ist, ob Regenfälle, die einem die Flip-Flops von den Füßen und durch den halben Königspalast schwemmen – unverhofft kommt oft. Ich empfehle, ganz locker zu bleiben – im Notfall hilft dabei ein Eimer Mekong Whiskey mit Mangosaft!

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Noch mal gutgegangen

28 Nov

totenkopfSobald ich die Gren­zen von Rheinland-Pfalz über­schreite, lebe ich in der Angst, mich mit Toll­wut zu infizieren. Das Schlimme ist, ich liebe Tiere. Vor allem die ver­däch­ti­gen wie Strand­hunde und streu­nende Kat­zen. Es ist immer das­selbe: Das Tier streicht um meine Beine, ich streichle es, das Tier läuft weg, ich schreie: „Oh Gott, ich krieg‘ Toll­wut!“ und meine Rei­se­be­glei­tung rollt mit den Augen: „Schon wieder…“

Am Strand von Koh Chang habe ich einen Hund gestrei­chelt, der mir über die Hand geleckt hat. Alaaarm! Selbst wenn man nur eine kleine Wunde an der Hand hat, kann das bei einem infi­zier­ten Tier schon aus­rei­chen für eine Über­tra­gung. Ich bin zu unse­rer Strand­hütte gerannt, habe mir panisch die Fin­ger geschrubbt und des­i­ni­fi­ziert. Der­weil lag meine Freun­din drau­ßen mit dem Hund am Strand und hat sich nicht mal mehr gewun­dert.

Als wir wie­der zu Hause waren, habe ich das nahe gele­gene DRK-Krankenhaus ange­ru­fen. Ich habe dem Mann am Tele­fon die Brisanz meiner Lage geschil­dert. Erst war Stille in der Lei­tung, dann habe ich ein Glucksen gehört und der Mann hat ganz lang­sam und in sehr ruhi­gem Ton­fall geantwortet: „Ich kann nichts mehr für Sie tun. Für Sie kommt jede Hilfe zu spät!“ Depp.

Madame Miaos Massage

24 Nov

kohchangEntspannung. Das ist es, was ich suche. Und diese klitzekleine Person mit dem putzigen Namen Miao wird sie mir verschaffen, da bin ich ganz sicher. Sie ist eine der Masseurinnen, die in unserem Resort am Lonely Beach von Koh Chang, dieser idyllischen Insel im Golf von Siam, einen Stand für Thaimassage betreiben. Ich breite mein Handtuch aus und lege mich nieder.

„Madaaame, wellkaaaam!“, flötet Miao und eine Wolke aus Kokosduft hüllt mich ein. Ein kurzer Moment der Stille – und ihre Handkantenschläge prasseln auf meine rechte Wade ein, als wollte sie eine tollwütige Kakerlake töten. Mein Bein steht in Flammen. „Uhuiiii“, sage ich, da hackt sie auch schon meine linke Wade zu Kleinholz. Möglicherweise ist so eine Thaimassage nichts für mich. Bevor ich ihr das sagen kann, springt sie auf mich, die Knie in mein Kreuz gedrückt, und hakt ihre Finger zwischen meinen Rippen ein. „Pfhsh“, sage ich und schnappe nach Luft.

Ich muss das Bewusstsein verloren haben, denn plötzlich liege ich auf dem Rücken und mein ganzer Körper pocht. „Okäää, Madaaame?!“, fragt sie und ich will gerade aufspringen und davonlaufen, da packt sie meinen Kopf. Ich bin alarmiert. Sie dreht ihn zur Seite und walzt mit ihrem Handballen von meinem Ohr den Hals hinunter zur Schulter, eine Spur aus Feuer und Schmerz hinterlassend. Ich befürchte, dass ich innere Verletzungen erlitten habe und mein Gehirn nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt wird.

Panisch reisse ich die Augen auf, da sehe ich sie: Auf dem Nachbarhandtuch liegt eine andere Touristin. Mit Zischlauten versuche ich, sie auf mich aufmerksam zu machen. Solidarität ist das einzige, das uns retten kann. Aber sie guckt nicht mal, vermutlich kommt für sie jede Hilfe zu spät. Mir wird schwindlig und ich sehe Sternchen, in meinen Ohren rauscht es wild. Das ist das Ende.

„Tääänk yuuu!“, flötet Madame Miao plötzlich. Ich blinzele überrascht, während sie meinen schlaffen Oberkörper nach oben stemmt und mir zum Abschied ihre Handflächen auf den Rücken knallt, dass es nur so platscht. Für einen Moment sitze ich regungslos da. Ich bin völlig fertig und ziehe Bilanz: Ich vermute einen Trümmerbruch im Becken, multiple Frakturen in den Rippen, eine ausgekugelte Schulter, Bänderrisse und von zehn Fingern sind grob geschätzt noch acht da. Es ist mir ein Rätsel, wie ich das meiner Krankenversicherung erklären soll.

Ich stelle mich auf und greife mein Handtuch. Mit letzter Kraft schleppe ich mich an den Strand, falle in den Schatten einer Palme und warte darauf, dass mir eine herunterfallende Kokosnuss den Rest gibt.

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