Tag Archives: Kaffee

Suff weltweit: E wie…

6 Dez

Travel-and-Food-Blogs sind sehr in. Ich lese sie gern. Mit exotischem Essen und mir ist es aber so eine Sache. Mopane-Raupen in Namibia, gegrillte Heuschrecken in Thailand, Froschschenkel in Frankreich? Nein, danke! International gesehen ist das Trinken mehr mein Metier. Deswegen gibt es die Rubrik “Suff weltweit von A-Z” – wird natürlich fortlaufend erweitert.

E wie…

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Eierpunsch in Deutschland: Schlie­ßt die Augen. Atmet tief ein. Legt den Kopf in den Nacken und sagt „Eier­punsch“. Ist das nicht wun­der­voll? Die­ser Klang: „Eier­punsch“. Wie man mit­ten im Wort die Lip­pen zum „P“ spitzt und das „unsch“ zärt­lich in die Win­ter­welt haucht. Oh, Eierpunsch!

Dass auf dem Mainzer Weihnachtsmarkt deutlich mehr Menschen dem Glüh­wein hul­digen, ist mir nur recht. Sol­len sie doch, ich liebe eben Eier­punsch und ertrage den Spott der fehl­ge­lei­te­ten Masse mit dem Stolz einer Wissenden.

Kaum halte ich mei­nen Eierpunsch mit dem kecken weißen Häubchen in den Händen, macht sich Auf­re­gung in mir breit. Da macht sich eine Sah­ne­flo­cke davon, da eine andere. Schnell mit der Zunge hin­ter­her. Rasch den wider­spens­ti­gen Stroh­halm gezähmt und sau­gen, sau­gen. Eine gewal­tige Welle rollt über meine Zunge, süß und kraft­voll, unauf­halt­sam die Kehle hinab, jede Zelle mei­nes Kör­pers tanzt. Ich ent­lasse den Halm in die Frei­heit und atme die kalte Winterluft ein, um mei­nen galop­pie­ren­den Puls zu beru­hi­gen. Das Blut rauscht durch mei­nen Kör­per, meine Zunge ist noch ganz taub.

Das ist das pure Glück. In die­sem Moment bin ich ganz Eierpunsch.

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espressoEspresso in Italien: Ich liebe Kaffee – in allen Variationen: schwarz, als Latte, geeist, mit Schuss etc. Und ich liebe schwätzen – ebenfalls in allen Variationen: Dummzeug, schlaue Analysen, Lebenshilfe, Alltagskram etc. Die Kombination aus beidem finde ich hervorragend. Und da wird das Problem schon deutlich mit mir und der italienischen Kaffeetradition: So ein Espresso trinkt sich einfach zu schnell, da habe ich ja gerade mal „Hallo!“ gesagt. Das erste Mal war ich in Italien, als ich eine enge Freundin besucht habe, die als Erasmusstudentin in Rom war. Wie man sich vorstellen kann, war der Redebedarf besonders groß. Und die Verwirrung auch: Denn jedes Mal, wenn ich einen „caffé“ bestellt habe, kamen diese drei läppischen Tröpfchen an. Und dann noch die Angewohnheit, im Stehen an der Theke zu trinken. „Al banco“ heißt das im Fachjargon, macht die Sache zwar billiger, aber definitiv nicht gemütlicher. Eine ziemlich coole Nummer sind dagegen die „Sospesos“. Wer einen Espresso trinkt, zahlt einen zweiten dazu. Diesen „Aufgehobenen“ kann sich dann irgendwann jemand kostenlos bestellen, dem es finanziell nicht so gut geht. Laut Wikipedia kommt diese Tradition aus Neapel, mittlerweile gibt es sie aber auch in deutschen Großstädten. Berlusconi hin oder her – manchmal haben die Italiener echt gute Ideen, oder?

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Suff weltweit: I wie…

9 Dez

Travel-and-Food-Blogs sind sehr in. Ich lese sie gern. Mit exotischem Essen und mir ist es aber so eine Sache. Mopane-Raupen in Namibia, gegrillte Heuschrecken in Thailand, Froschschenkel in Frankreich? Nein, danke! International gesehen ist das Trinken mehr mein Metier. Deswegen gibt es die Rubrik “Suff weltweit von A-Z” – wird natürlich fortlaufend erweitert.

I wie…

dublinIrish Coffee in Irland: Kaffee, Alkohol, Zucker – gibt es was Besseres zum Aufwärmen? Ich war in einem Januar in Dublin, bei zweistelligen Minusgraden. Es war eisig, am liebsten hätte ich von morgens bis abends Irish Coffee in mich hineingeschüttet – oder die Füße darin gebadet. Laut Wikipedia hat ein gewisser Joe Sheridan die wunderbare Mischung erfunden. Angeblich hat er sie in den 40ern in seinem Restaurant im Flughafen Foynes für  wartende  Passagiere gemixt. Das Café Buena Vista in San Francisco hat die Spezialität kopiert und damit Furore gemacht.  Ich dachte immer, man kippt simpel Zucker, Whiskey und Sahne in seinen Kaffee, aber neiheiiin, so geht’s: In einem Glas werden zwei Löffel Zucker karamelisiert, vier (nur nicht schüchtern) Zentiliter Jameson dazugegeben und erhitzt und alles mit starkem Kaffee aufgegossen. Dann kommt das Häubchen drauf.  Bloß nicht verrühren, sondern die hitzige Mischung durch die Sahne schlürfen – geht direkt ins Blut!

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icedtea

Foto: travelproject2014

Iced Tea with Milk in Thailand: [Ein Gastbeitrag von travelproject2014] „Iced Tea with Milk, please!“ war meine Standardbestellung in Thailand. Wenn ich zum Essen kam, wurde ich in unserem Hotel nur noch gefragt: „Same drink as every day?!“ Zum Frühstück, zum Mittag- und zum Abendessen, habe ich dieses wunderbare Gesöff getrunken, bis ich vom vielen Teein Herzklopfen bekam. Ich liebe diesen Geschmack! Ein wenig herb, cremig, süß und erfrischend kühl. Diese geniale Mischung aus sehr starkem Thaitee und gesüßter Kondensmilch wird mit viiiiel Eis serviert. Die genaue Zusammensetzung variiert. Manchmal kommt noch etwas Milch oder ungesüßte Kondensmilch dazu. Üblicherweise wird der Tee im Stofffilter sehr lange ziehen gelassen, aber gelegentlich auch eben schnell in der Espressomaschine aufgebrüht. An einigen Straßenständen schmeckte das Gebräu allerdings, als wäre es aus Pulver angerührt worden. Die Thais mögen es gerne sehr süß. Als Europäer lässt man daher besser erst das Eis etwas schmelzen, bevor man trinkt. So vom Schmelzwasser verdünnt und gekühlt, ist es genau richtig. Ich habe es mir natürlich nicht nehmen lassen, einen Beutel Tee und eine Dose gesüßter Kondensmilch mitzunehmen. Natürlich hat die auch der Asiashop um die Ecke, aber mit den Zutaten für meinen geliebten „Iced Tea with Milk“ im Gepäck ist mir der Abschied von Thailand viel leichter gefallen. Zuhause habe ich gleich am richtigen Mischungsverhältniss gebastelt und folgende Idealmischung für mich gefunden: Pro Glas einen gehäuften Teelöffel Thaitee (es muss unbedingt Thaitee sein, sonst schmeckt es anders) mit 150ml kochendem Wasser aufbrühen. So lange ziehen lassen, bis der Tee kalt ist. Zwei Esslöffel gesüßte Kondensmilch einrühren. Ein Glas mit 400ml Fassungsvermögen randvoll mit Eiswürfeln füllen und die Teemischung hineingießen. Dann noch ein wenig Geduld, bis es gut durchgekühlt ist und genießen.

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Costa Rica – 10 Knaller!

31 Okt

Im Norden Nicaragua, im Süden Panama, im Westen der Pazifik, im Osten die Karibik – und dazwischen knapp viereinhalb Millionen Menschen auf 51.000 Quadratkilometern Fläche. Das ist Costa Rica in Mittelamerika. Zehn Eigenheiten, die dieses grüne und wilde Land ausmachen:

1. Die Städte Csanjoseosta Ricas kommen ohne Charme aus. Ich möchte behaupten: Sie sind hässlich. Sehr hässlich. Wer in das Land reist, der tut das um der Natur Willen. Die ist beeindruckend und eigensinnig. Hätte ich den Titel der unansehnlichsten Stadt zu vergeben, dann hätte ich Mühe zwischen San José (Foto) und La Fortuna zu wählen.

2. Santa Elena ist eine Ausnahme. Unsere Anreise mit Schiff und Jeep über teils überschwemmte Ufer und Straßen ist ein Abenteuer. Ich sitze neben einem älteren amerikanischen Paar: Er redet wie ein Buch über Vögel und sie wirft bei jedem Hubbel die Arme in die Luft und ruft: „Rollercoastaaaaa!“ In dem schnuckeligen Städtchen gibt es ein wunderbares Café, das um und in einen riesigen Baum gebaut ist. Man sitzt zwischen Ästen und Zweigen, teils unter freiem Himmel – ich empfehle eine heiße Schokolade in der Dämmerung.

3. Abgesehen von einer schimmeligen Puffbude in La Fortuna haben wir immer schöne Unterkünfte, aber meist von Ausländern geführt: Deutsche, Schweizer, Österreicher, Amerikaner, Kanadier etc. Das Phänomen ist mir in vielen Ländern begegnet: Ausländer sind die Chefs, Einheimische putzen das Klo.

kajaktour4. Ich spreche kein Spanisch und habe daher kaum Kontakt zu Ticos. Ausnahme: Unser Hostelpapa Omar in Manzanillo (verheiratet mit einer Deutschen, da haben wir’s wieder, siehe Punkt 3), der mir in einer Mangrovenlagune mit der ständigen Ansage „Alex, snakes! Turn around!“ Kajak lenken beibringt. Er erzählt viel über die Probleme vor Ort: dass die Regierung Druck mache und das Land haben wolle, weil vor der Küste Öl vermutet werde; dass den Bananenfarmern kein Druck gemacht werde, weil die reich seien und eine Lobby hätten; dass durch Pestizide dieser Farmer Pilze entstünden und die Kakaoernten zerstörten…

5. Wo ich gerade vom Essen schreibe: Wie in vielen Ländern, in denen der Lebensstandard nicht hoch ist, geht es eher ums Sattwerden als ums Genießen. Das Grauen hat einen Namen: Gallo Pinto. Das ist ein Brei aus Reis, Zwiebeln und schwarzen Bohnen. Man meint, den Belag einer frisch geteerten Straße zu löffeln und ich glaube, der Belag einer frisch geteerten Straße würde zumindest meinem Verdauungsapparat besser bekommen. Ich erspare euch Details.

6. Früchte allerdings sind delikat. Wir probieren Sorten, die man bei uns gar nicht bekommt, etwa die „Miracle Fruit“. Sieht aus wie eine Hagebutte, hat die Konsistenz einer Litschi und schmeckt an sich nicht speziell. Aber: Danach kann man Zitronen essen und Essig trinken, alles schmeckt wunderbar süß. Was die kleine, rote Beere, die ursprünglich aus Westafrika stammt, da genau auf der Zunge treibt, können sich Forscher nicht erklären – ist eben ein Mirakel.

kaffeekirschen7. Das hier sind keine „Miracle Fruits“, sondern Kaffeekirschen. Seit ich 14 Jahre alt bin, schütte ich unglaubliche Mengen des Hallo-wach-Gebräus in mich hinein, aber ich habe noch nie einen Kaffeebaum gesehen, geschweige denn die Kirschen gegessen. Die schmecken übrigens nicht – kein Wunder, dass man lieber ihre Steine, die Kaffeebohnen, verarbeitet. Meine Reisebegleiterin findet den costaricanischen Kaffee sauer, ich finde ihn gut. Mein Versuch, mir zu Hause ein Bäumchen zu ziehen ist kläglich gescheitert. Dabei hatte ich so tolle Visionen meiner Schröder-Röstung…

8. Mit dem Wetter ist es so eine Sache: Costa Rica liegt in den Tropen, von Mai bis November ist Regenzeit. Ein richtiges Tropengewitter, das man mit einem Bier auf der Veranda verbringt, kann sehr schön sein. Allerdings trocknet in diesem Klima nichts, alles ist klamm. Und was fehlt: blauer Himmel.

irazu9. Nur die Wolken am Irazú, die finde ich toll. Mit 3432 Metern ist der „grollende Berg“ der höchste Vulkan des Landes. Ganz Harte wandern hoch, aber ich bin ein Weichei und fahre. In dieser Höhe wird das Laufen schon anstrengender. Die Aussicht ist berauschend: Man steht am Rande des Vulkans auf nachtschwarzer Erde und blickt über ein Wolkenmeer.

10. Das Beste in Costa Rica sind die Geräusche. Es krabbelt, kreucht und fleucht, zirpt, zischt, es flattert, raschelt, trillert und trällert, quakt, schnattert, rauscht, brummt, summt, flirrt, wackelt, schnalzt, schmatzt, piept, surrt, schlabbert und schnappt, knurrt, grollt und grummelt, es platscht, rappelt, fiept, bellt und pfeift. Immer. Und überall.

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