Tag Archives: Costa Rica

Mein Liebster Award – Blogstöckchen!

21 Apr

Joyce und Karen haben mich eingeladen, ihre elf Fragen vom Liebster Award zu beantworten. Sinn dieses Awards ist es, andere Blogs bekannter zu machen. Da bin ich doch gerne noch mal dabei. Im Anschluss darf ich dann meine elf Fragen an elf interessante Blogger richten, die wiederum je elf Fragen an elf weitere Blogger stellen.

1. Wie bist Du zum Bloggen gekommen? Das Reisebloggen fing an, als ich sehr überraschend meinen Job verlor und die neue Freiheit zu einem Auslandsaufenthalt nutzte: Ich reiste für drei Monate zum Arbeiten nach Namibia und wollte die Daheimgeblieben auf dem Laufenden halten. Ein klassisches Family-and-Friends-Blog, das nun einfach immer weiter wächst.

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2. Was gefällt Dir am Bloggen? Ich schreibe einfach gern. Und das Bloggen ist eine schöne Form, seine manchmal bewegenden, oft lustigen und immer spannenden Erlebnisse auf Reisen festzuhalten. Außerdem lernt man darüber Gleichgesinnte kennen – das ist eine nette Community.

3. Was wünschst Du Dir von Deinen Lesern? Was alle wollen: Rückmeldungen, Kommentare, Austausch. Gerne ein paar Tipps und Anekdoten von ihren Reisen. Und wenn man Kontakte knüpft und sich irgendwann mal „in echt“ und vor allem on Tour trifft – um so besser!

4. Was bedeutet Dir Glück? Viel. Immer her damit!

5. Gibt es einen Traum, den Du Dir schon erfüllt hast? Ja 🙂

6. Gibt es einen Traum, den Du Dir unbedingt noch erfüllen möchtest? Einen? 1. Ich möchte eine Ayurweda-Massage von Shah Rukh Khan am Strand von Goa, 2. Ich möchte mich als Mann verkleiden und mich ins Crazy am Mainzer Bahnhof schmuggeln, 3. Ich möchte freien Zugang zu den Produktionsstätten von Baileys.

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7. Wer oder was inspiriert Dich? Alles Mögliche, generell habe ich ein großes Herz für Überraschungen und Absurditäten im Alltag, für Kulturschocks und den Moment, wenn der Schock nachlässt. Ich mag es, wenn man manchmal einfach in was hineingerät – sofern das Leben nicht daran hängt!

8. Was war das Überraschendste, was Du bei einer Reise bisher vergessen hattest? Nix. Ich bin ziemlich gut organisiert – da könnt ihr euch alle eine Scheibe abschneiden ;).

9. Hast Du ein außergewöhnliches Erlebnis zu berichten mit jemanden aus einem anderen Kulturkreis? Da gibt es unzählige. In Trinidad auf Kuba sind meine Freundin und ich mit einem Taxi zu einem Nationalpark gefahren. Am Steuer saß ein weißhaariger, alter Mann. Er war stumm und abweisend. Als er aber mitbekam, dass wir Deutsche sind, sprudelte es in hervorragendem Deutsch aus ihm heraus. Er war ein leidenschaftlicher Fan unseres Landes, hatte sich alles selber beigebracht. Er wusste sofort, wo unsere Heimatstädte Mainz und Koblenz liegen, schwärmte von unserer Sprache und Literatur. Er war jedoch keiner der allgegenwärtigen DDR-Kubaner, er wollte auch kein Geld und keine Einladung fürs Auswärtige Amt.  Er wollte etwas anderes: „Eines Tages werde ich als freier Mann meine Koffer packen und endlich nach Deutschland reisen – und dann werde ich als freier Mann nach Kuba zurückkehren.“ Ich hoffe, sein Traum wird irgendwann wahr.

10. Was war das Ungewöhnlichste, was Du bisher fotografiert hast? „Ungewöhnlich“ ist vielleicht nicht ganz das passende Wort, aber als ich mit zwei Freundinnen vor diesem Optikerladen in Südafrika stand, haben wir uns nicht mehr eingekriegt:

Hermanus/Südafrika, 2006

Hermanus/Südafrika, 2006

11. Teile mit uns Dein schönstes Reiseerlebnis! Oh Schreck, es gibt so viele – angefangen von einem äußerst skurrilen Junggesellenabschied in Namibia, über eine mystische Nachtfahrt durch die Negev in Israel bis zu einem wunderbaren Fado-Abend in Lissabon. Wirklich großartig war auch ein Erlebnis in Costa Rica. Wir haben uns früh morgens aus dem Bett gequält und sind zum Strand gegangen. Die Leute aus dem Dorf hatten sich im Morgengrauen versammelt, um frisch geschlüpfte Schildkröten ins Meer zu entlassen. Wie diese kleinen, tapsigen Dinger unbeirrbar ihrer Natur gefolgt sind und sich von den Wellen haben mittragen lassen – das war bewegend.

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Meine elf Fragen gehen an Anemina, Annewhere, Betrachterauge, Danares, In other news, Stadtblogozin, Textnomadin, Travelling ColognianTravelproject2014, Weltreisejunkies, Writing Tool

  1. Welches Land hat dich am meisten berührt?
  2. Wo gibt es den schönsten Sonnenuntergang?
  3. Wo hast du die wildeste Party gefeiert?
  4. Reist du lieber allein oder lieber mit jemandem?
  5. Erzähl mir eine Taxigeschichte!
  6. Erzähl mir eine Thekengeschichte!
  7. Erzähl mir eine Tiergeschichte!
  8. In welcher Situation hattest du Angst?
  9. Was ist typisch deutsch?
  10. Nenne einen Geheimtipp für deine Heimatstadt!
  11. Warum hast du angefangen zu bloggen?
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Fotoreise: Von A wie Addo bis Z wie Zagreb

7 Okt

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Costa Rica – 10 Knaller!

31 Okt

Im Norden Nicaragua, im Süden Panama, im Westen der Pazifik, im Osten die Karibik – und dazwischen knapp viereinhalb Millionen Menschen auf 51.000 Quadratkilometern Fläche. Das ist Costa Rica in Mittelamerika. Zehn Eigenheiten, die dieses grüne und wilde Land ausmachen:

1. Die Städte Csanjoseosta Ricas kommen ohne Charme aus. Ich möchte behaupten: Sie sind hässlich. Sehr hässlich. Wer in das Land reist, der tut das um der Natur Willen. Die ist beeindruckend und eigensinnig. Hätte ich den Titel der unansehnlichsten Stadt zu vergeben, dann hätte ich Mühe zwischen San José (Foto) und La Fortuna zu wählen.

2. Santa Elena ist eine Ausnahme. Unsere Anreise mit Schiff und Jeep über teils überschwemmte Ufer und Straßen ist ein Abenteuer. Ich sitze neben einem älteren amerikanischen Paar: Er redet wie ein Buch über Vögel und sie wirft bei jedem Hubbel die Arme in die Luft und ruft: „Rollercoastaaaaa!“ In dem schnuckeligen Städtchen gibt es ein wunderbares Café, das um und in einen riesigen Baum gebaut ist. Man sitzt zwischen Ästen und Zweigen, teils unter freiem Himmel – ich empfehle eine heiße Schokolade in der Dämmerung.

3. Abgesehen von einer schimmeligen Puffbude in La Fortuna haben wir immer schöne Unterkünfte, aber meist von Ausländern geführt: Deutsche, Schweizer, Österreicher, Amerikaner, Kanadier etc. Das Phänomen ist mir in vielen Ländern begegnet: Ausländer sind die Chefs, Einheimische putzen das Klo.

kajaktour4. Ich spreche kein Spanisch und habe daher kaum Kontakt zu Ticos. Ausnahme: Unser Hostelpapa Omar in Manzanillo (verheiratet mit einer Deutschen, da haben wir’s wieder, siehe Punkt 3), der mir in einer Mangrovenlagune mit der ständigen Ansage „Alex, snakes! Turn around!“ Kajak lenken beibringt. Er erzählt viel über die Probleme vor Ort: dass die Regierung Druck mache und das Land haben wolle, weil vor der Küste Öl vermutet werde; dass den Bananenfarmern kein Druck gemacht werde, weil die reich seien und eine Lobby hätten; dass durch Pestizide dieser Farmer Pilze entstünden und die Kakaoernten zerstörten…

5. Wo ich gerade vom Essen schreibe: Wie in vielen Ländern, in denen der Lebensstandard nicht hoch ist, geht es eher ums Sattwerden als ums Genießen. Das Grauen hat einen Namen: Gallo Pinto. Das ist ein Brei aus Reis, Zwiebeln und schwarzen Bohnen. Man meint, den Belag einer frisch geteerten Straße zu löffeln und ich glaube, der Belag einer frisch geteerten Straße würde zumindest meinem Verdauungsapparat besser bekommen. Ich erspare euch Details.

6. Früchte allerdings sind delikat. Wir probieren Sorten, die man bei uns gar nicht bekommt, etwa die „Miracle Fruit“. Sieht aus wie eine Hagebutte, hat die Konsistenz einer Litschi und schmeckt an sich nicht speziell. Aber: Danach kann man Zitronen essen und Essig trinken, alles schmeckt wunderbar süß. Was die kleine, rote Beere, die ursprünglich aus Westafrika stammt, da genau auf der Zunge treibt, können sich Forscher nicht erklären – ist eben ein Mirakel.

kaffeekirschen7. Das hier sind keine „Miracle Fruits“, sondern Kaffeekirschen. Seit ich 14 Jahre alt bin, schütte ich unglaubliche Mengen des Hallo-wach-Gebräus in mich hinein, aber ich habe noch nie einen Kaffeebaum gesehen, geschweige denn die Kirschen gegessen. Die schmecken übrigens nicht – kein Wunder, dass man lieber ihre Steine, die Kaffeebohnen, verarbeitet. Meine Reisebegleiterin findet den costaricanischen Kaffee sauer, ich finde ihn gut. Mein Versuch, mir zu Hause ein Bäumchen zu ziehen ist kläglich gescheitert. Dabei hatte ich so tolle Visionen meiner Schröder-Röstung…

8. Mit dem Wetter ist es so eine Sache: Costa Rica liegt in den Tropen, von Mai bis November ist Regenzeit. Ein richtiges Tropengewitter, das man mit einem Bier auf der Veranda verbringt, kann sehr schön sein. Allerdings trocknet in diesem Klima nichts, alles ist klamm. Und was fehlt: blauer Himmel.

irazu9. Nur die Wolken am Irazú, die finde ich toll. Mit 3432 Metern ist der „grollende Berg“ der höchste Vulkan des Landes. Ganz Harte wandern hoch, aber ich bin ein Weichei und fahre. In dieser Höhe wird das Laufen schon anstrengender. Die Aussicht ist berauschend: Man steht am Rande des Vulkans auf nachtschwarzer Erde und blickt über ein Wolkenmeer.

10. Das Beste in Costa Rica sind die Geräusche. Es krabbelt, kreucht und fleucht, zirpt, zischt, es flattert, raschelt, trillert und trällert, quakt, schnattert, rauscht, brummt, summt, flirrt, wackelt, schnalzt, schmatzt, piept, surrt, schlabbert und schnappt, knurrt, grollt und grummelt, es platscht, rappelt, fiept, bellt und pfeift. Immer. Und überall.

Silvesterkinds Tierleben

12 Okt

Costa Rica ist berühmt für seinen Artenreichtum. Nasenbär, Brüllaffe, Quetzal, Ameisenbär, Tukan, Stachelschwein, Faultier, Tarantel – alle heimisch in diesem unverschämt grünen Streifen Mittelamerika. Hier eine kleine Auswahl meiner schönsten Tierfotos:

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Mit anderen Worten: Wo wir waren, war kein Tier. Üblicher Ablauf unserer Beobachtungstouren: Blätterrascheln und ein Tourguide, der sagt: „Now it’s gone!“ Ich habe dafür mehrere Erklärungsversuche:

  1. Der hoch gelobte Ökotourismus in Costa Rica funktioniert doch nicht so gut und die Biodiversität ist mehr schöne Erinnerung als lebendige Gegenwart.
  2. Die Natur braucht mehr Zeit, um die immensen Waldrodungen und weitere Strapazen vergangener Jahrzehnte zu verkraften.
  3. Das Viehzeug hat die Schnauze voll.

Der letzte Punkt scheint mir sehr realistisch. Wahrscheinlich sitzt genau in diesem Moment, in dem ich diese Zeilen schreibe, eine Nasenbärsippe hoch oben auf ihrem Lieblingsbaum im Regenwald und hält sich die gestreiften Schwänze vor Lachen darüber, wie sie gerade wieder ein paar deutsche Touristen gefoppt hat. Ich kann sie sogar verstehen. Aber eins, finde ich, geht zu weit: Dass bei unserem Besuch im berühmten Nebelwald nicht mal Nebel war!

Im Angesicht des Todes

8 Okt

wald2Ich hänge an einem Seil, mein Hintern ist eingeschnürt wie ein Weihnachtsbraten und um mich herum sind überall Baumwipfel. „Nicht runtergucken“, sagt der kleine Mann und ich gucke runter – 15 Meter in die Tiefe. Bevor mir endgültig schlecht wird, gibt er mir einen Schubs und ich sause entlang eines Drahtseils über das Dach des Regenwalds von Costa Rica. 650 Meter sind es bis zum nächsten Baum. Dort fängt mich ein anderer kleiner Mann. Er löst die Karabinerhaken, klopft mir auf die Schulter und grinst. „Canopy Tour“ oder „Ziplining“ nennen Outdoorfreaks dieses Abenteuer, ich nenne es „Selbstmordversuch“. Es ist eine der klassischen Touriattraktionen in Monteverde. Meine Reisebegleiterinnen waren total scharf darauf und ich dachte mir: Ich komme mit und spaziere gemütlich über die hängenden Brücken des Selvatura Parks, während die beiden ihr Schicksal herausfordern. Aber plötzlich hatte ich einen Helm auf, Handschuhe an und lauter Schnüre am Hintern. Ich mach’s kurz: Ich hatte keinen Spaß, ich hatte ausschließlich Schiss und ich werde so was Schlimmes nie wieder tun. Und falls doch, dann erkläre ich hiermit für den Fall der Fälle Folgendes:

  1. Meine Mainz 05-Dauerkarte geht an meinen Freund
  2. Meine Möbel gehen an meinen Bruder
  3. Der Rest soll auf die Frauenlobstraße gestellt werden, da geht alles weg.

Hochachtungsvoll und (wieder) im Vollbesitz meiner geistigen Kräfte, Alexandra Schröder

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