Tag Archives: Bier

Suff weltweit: Y wie…

27 Jan

Travel-and-Food-Blogs sind sehr in. Ich lese sie gern. Mit exotischem Essen und mir ist es aber so eine Sache. Mopane-Raupen in Namibia, gegrillte Heuschrecken in Thailand, Froschschenkel in Frankreich? Nein, danke! International gesehen ist das Trinken mehr mein Metier. Deswegen gibt es die Rubrik “Suff weltweit von A-Z” – wird natürlich fortlaufend erweitert.

Y wie…

yebisu

Yebisu in Japan: Da schimmert was. Ich blinzele in die Dunkelheit. Ganz eindeutig schimmert da was goldfarben. Ich versuche mich zu erinnern, wo ich gerade bin, aber meine Gedanken schwirren um mich herum wie ein Schwarm Bienen um seinen Stock. Da fliegt ein Gedanke summend zu meinem rechten Ohr – und hinein in meinen Kopf: Es ist mitten in der Nacht und ich liege in einem Hostel in Osaka. Bsssss, von links kommt noch einer: Vor drei Tagen bin ich in Japan angekommen und habe mich mit meiner Freundin getroffen. Schwupp, der nächste ist drin: Seit ich hier bin, kann ich nicht mehr schlafen.

Ich ziehe meinen Arm unter der Decke hervor und greife nach dem Schimmer. Es scheppert. Bsss, flupp: Bierdose! Richtig, ich habe mir gestern Abend ein Bier gekauft, ein Premium Yebisu in einer vielversprechenden goldenen Dose. Bssss, bsssss, fumm, plopp, plopp, plopp: Die Japaner sind große Biertrinker. Asahi, Kirin, Sapporo und eben Yebisu sind die bekanntesten Marken. Mein „all malt beer“ wird von der Sapporo Breweries Ltd. in Tokio hergestellt, ist aber kein Malzbier. Es schmeckt zwar ein bisschen malzig, süßlich, süffig, hat aber 5 Prozent Alkohol und ist echt lecker, erinnert mich an Köstritzer.

Die Brauerei wurde 1887 gegründet und arbeitet nach deutschen Methoden. Ein Reinheitsgebot gibt es in Japan aber nicht, neben Gerste, Hopfen und Wasser können auch Mais oder Reis verwendet werden. Das Yebisu gibt es seit 1890. Der Name geht zurück auf den kleinen, dicken Kerl, der sich auf der Bierdose gerade einen Fisch unter den Arm klemmt. Das ist Ebisu, einer der shintoistischen Glücksgötter, der… Bssss – ey! Kaum gedacht, schwirrt der Gedanke auch schon zu meinem Ohr hinaus. Bsssss, der nächste hinterher. Bsssss, hiergeblieben – plopp, plopp, plopp!

Da schimmert was goldfarben. Wo bin ich noch mal?

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Suff weltweit: X wie…

23 Jan

Travel-and-Food-Blogs sind sehr in. Ich lese sie gern. Mit exotischem Essen und mir ist es aber so eine Sache. Mopane-Raupen in Namibia, gegrillte Heuschrecken in Thailand, Froschschenkel in Frankreich? Nein, danke! International gesehen ist das Trinken mehr mein Metier. Deswegen gibt es die Rubrik “Suff weltweit von A-Z” – wird natürlich fortlaufend erweitert.

X wie…

360px-Cerveca_xxlager

„Cerveca xxlager“ by Kjetil2006 – Own work. Licensed under CC BY-SA 3.0 via Wikimedia Commons – http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Cerveca_xxlager.jpg#mediaviewer/File:Cerveca_xxlager.jpg

XX-Dos Equis in den USA  [Ein Gastbeitrag von Lea Deusch]: Wenn Flüssigkeiten mit einem Etikett versehen sind, auf dem ein „X“ zu sehen ist, sollte man eines tunlichst vermeiden: sie zu trinken. Doch genau das werden wir gleich tun. Lässig hebt meine Begleiterin Zeige- und Mittelfinger, um ihrem Wunsch Nachdruck zu verleihen: „Two Dos Equis please“, ruft sie dem Barmann zu, der in der Cowboybar namens „Rusty Spur Saloon“ hinter der Theke steht und die Bestellung umgehend mit einem Rumms beantwortet. Mit einer energischen Handbewegung lädt er die beiden Bierflaschen auf der Theke ab und obwohl er die Kronkorken schon abgemacht hat, läuft nichts über, denn in den beiden Flaschenhälsen stecken Limettenviertel. Das Etikett bleibt trocken. Zwei fette rotleuchtende „X“ sind darauf zu sehen: „Dos Equis“ eben.

Pam schwört auf das mexikanische Bier, jeder in dieser Bar in Scottsdale, Arizona, trinkt es. Als ich aufgrund der Servierweise Parallelen zum Corona ziehe, rümpft Pam die Nase und deutet auf das Bier, das noch immer unangetastet vor mir steht: „This one is really good.“ Mit dem Daumen drückt sie die Limette nach unten, lässt den Finger im Flaschenhals stecken und dreht die Flasche auf den Kopf. Die Limette steigt dabei auf den Flaschengrund. Mit einer schnellen Bewegung dreht sie die Flasche wieder um, trinkt hastig ab. Puh, wieder nichts passiert. „Cheers“, ruft sie und ich tue es ihr gleich.

Das Bier schmeckt wirklich gut. Es ist wahrscheinlich das beste Bier, das ich je in den USA getrunken habe. Als ich später recherchiere, was es mit diesen zwei gefährlich aussehenden „X“ auf sich hat, erfahre ich, dass ein Deutscher es erfunden hat (kein Wunder!). Wilhelm Hasse hat sich 1894 seinen Traum erfüllt: Er wollte zur mexikanischen Brauerlegende werden. Ein Bier für das anbrechende 20. Jahrhundert hat er geschaffen: Das „XX“ dient also nicht zur Gefahrenstoffkennzeichnung, sondern ist nichts weiter als eine römische Jahreszahl. In Mexiko hatte damals eine neue Zeitrechnung der Braukunst begonnen. Außerdem stehen die „Dos Equis“ für solcherlei Dinge, die es wert sind, sie mehr als einmal zu tun. Pam hebt die Hand: „Another two, please.“

Sehe ich schon doppelt? Gleich vier rote „X“ sind auf dem Etikett von „XXXX bitter“ zu sehen, das vor allem in Queensland getrunken wird. „Fourex“ nennen die Australier es und die vier „X“ sind in diesem Fall tatsächlich eine Art „Gefahrenstoffkennzeichnung“. 1924 erstmals auf den Markt gekommen, ist der Name auf eine lange Tradition zurückzuführen, nach der die Anzahl der „X“ die Stärke des Bieres anzeigen soll. Besonders stark ist es nicht (4,8 %). Und leider auch nicht besonders lecker. Denn trotz des zweifachen „Doppel-X“ ist es nichtmal halb so gut wie „Dos Equis“. Böse Zungen behaupten gar: „Es wurde XXXX genannt, weil man Shit nicht auf ein Bierlabel drucken kann.“

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Suff weltweit: W wie…

18 Jan

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W wie…

windhoek_lager

Windhoek Lager in Namibia: Stampriet – erste Station auf unserer Reise durch Namibia. Der Campingplatz ist gefunden, das Dachzelt steht wie eine Eins, ich verspüre eine zarte Leidenschaft fürs Outdoorleben. Ich hole mir ein eisgekühltes Windhoek Lager aus unserem Minikühlschrank und mache es mir auf meinem Campingstühlchen bequem. Es zischelt verlockend beim Öffnen, aus der Flasche entströmt ein hopfiger Duft. Ich nehme einen Schluck und fühle mich nach der heißen, staubigen Autofahrt total erfrischt. Das ist ein Leben!

Windhoek Lager stammt wie Tafel Lager von der Namibia Breweries Limited aus Windhoek. Diese geht zurück auf die Südwestbrauerei, die 1920 von Carl List und Hermann Ohlthaver gegründet und nach der Unabhängigkeit Namibias umbenannt wurde. Das Bier wird nach dem deutschen Reinheitsgebot gebraut und regelmäßig von der DLG ausgezeichnet. Es ist ziemlich spritzig und schmeckt gut, irgendwie unauffällig, was ich als Biermuffel durchaus positiv meine. Einen Unterschied zum Tafel Lager schmecke ich allerdings nicht.

Ich gucke in den rosafarbenen Himmel und genieße die Abendsonne im Gesicht. Während in den Palmen der Wind rauscht, rauscht in meinem Kopf gar nichts. Das Windhoek Lager hat nämlich nur 4 Prozent Alkohol und ist angenehm leicht – echte Bierfreaks würden wohl sagen wässrig. Meine Backen glühen, ich halte die kalte Flasche daran und bewundere, wie die Sonnenstrahlen im grünen Glas funkeln. Eisgekühltes Lager in der Kalahari – Spitzenidee!

Da bimmelt mein Handy. Ich hole es aus der Tasche und schreibe ein paar Nachrichten an Daheimgebliebene. Als ich wieder hochgucke, funkelt nichts mehr. Im Gegenteil: Ich sehe meine Bierflasche kaum noch, denn es ist urplötzlich stockfinster. Und arschkalt, ich fröstele. Was trinke ich da überhaupt? Von diesem viel zu kalten Bier frieren einem ja die Zähne ein. Nur zu gerne würde ich dieses Lager gegen ein hochprozentiges Starkbier eintauschen, am liebsten ein warmes, nein, lieber gleich zwei: eines zum Trinken und eines zum Füße baden. Eisgekühltes Lager in der Kalahari – wer denkt sich denn so einen Quatsch aus?

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Suff weltweit: T wie…

31 Jul

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T wie…

Tafel Lager

Tafel Lager in Namibia: Als Deutsche ist man in Namibia sehr schnell so weit, sich über nichts mehr zu wundern. Dass es im Supermarkt Eisbein mit Sauerkraut gibt, dass auf der Straße Funkenmariechen tanzen, dass Bier nach deutschem Reinheitsgebot gebraut wird – was sonst?

Tafel Lager ist eines dieser Biere. Mancher hätte es vielleicht für südafrikanisch gehalten, aber – oh nein – Tafel Lager ist mal endlich echt namibisch und kommt nicht von der Tante aus dem Süden. Gebraut wird es von der Namibia Breweries Limited, die es nicht nur in die halbe Welt exportiert, sondern auch dauernd Preise dafür gewinnt. Der afrikanische Braumeister hört übrigens auf den Namen Christian Müller. Wie gesagt, man wundert sich schnell über nichts mehr.

Ab und an habe ich mir ein Feierabendbierchen gegönnt, gekauft an der Tanke in der Murtala Muhammed Avenue, bezahlt bei schlecht gelaunten Kassiererinnen hinter Glas, eiskalt und in der Sonne glitzernd. Bevor ich jetzt wieder europäisch-kolonialistisch geprägten Afroromantizismus versprühe, mache ich es kurz: Tafel Lager ist empfehlenswert, es schmeckt nur leicht bitter, eher süffig-süßlich und hat einen Hauch von Malz. Und man bekommt keinen Kater davon, was wohl vor allem daran liegt, dass es nur 4% Alkohol hat und üblicherweise in kleinen 0,3 Liter-Flaschen angeboten wird.

Falls doch einer einen dicken Kopf bekommt, dann liegt das am Jägermeister, den man in Namibia ganz nebenbei mit hinunterkippt. Dass diese Mischung am nächsten Morgen schmerzt – darüber muss man sich nun wirklich auch nicht wundern.

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Suff weltweit: J wie…

20 Dez

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J wie…

jul

Foto: nilsoscar.se

 

Julöl in Schweden: Die Wikinger müssen coole Hunde gewesen sein. So cool, dass selbst die Christen sich manches abgeguckt haben – wie etwa die schöne Tradition des Julöls, auf deutsch: Weihnachtsbier. Auch wenn das bei den langhaarigen Helmträgern natürlich noch nicht so hieß. Die haben aber ein Winteropferfest gefeiert, zu Ehren der zurückkehrenden Sonne. Und wie ich die Skandinaven kenne, sind bei diesen Feiern gleich mehrere Sonnen zurückgekommen. Keine Sorge, Julöl schmeckt nicht nach Zimt und nicht nach Gänsebraten. In der Regel sind es dunklere Biersorten, vollmundig im Geschmack und oftmals mit mehr Alkoholgehalt. Äußerst festlich finde ich die Preise: Ein halber Liter „Nils Oscar“ kommt auf gut 5,50 Euro. Da sich die Deutschen in Sachen Bier nicht gern was vormachen lassen, stellen auch unsere Brauereien mittlerweile Weihnachtsbier her. Oder pappen zumindest auf ihre dunklen Biere kitschige Etiketten. Prost, Christkind!

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