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Suff weltweit: N wie…

24 Feb

Travel-and-Food-Blogs sind sehr in. Ich lese sie gern. Mit exotischem Essen und mir ist es aber so eine Sache. Mopane-Raupen in Namibia, gegrillte Heuschrecken in Thailand, Froschschenkel in Frankreich? Nein, danke! International gesehen ist das Trinken mehr mein Metier. Deswegen gibt es die Rubrik “Suff weltweit von A-Z” – wird natürlich fortlaufend erweitert.

N wie…

suff_schweden

Nyponsoppa in Schweden: Ich laufe durch Lund. Es ist Januar, windig und eisig kalt. Ich betrete ein kleines Café und bestelle eine Nyponsoppa. Man reicht mir einen Becher voll dampfender, rostbrauner Flüssigkeit mit einem gewaltigen Klecks Sahne obendrauf. Ich nehme einen Schluck von dieser wunderbar duftenden, fruchtig-süßen Energiebombe. Sofort rauscht das Blut durch meine Adern, dass es nur so kribbelt. Nyponsoppa ist nichts anderes als Hagebuttensuppe, ein schwedischer Klassiker. Es gibt sie im Tetrapack oder instant zum Anrühren, genauso wie eine andere beliebte Fruchtsuppe: Blåbärssoppa. Die Heidelbeervariante ist auch lecker, aber Hagebutten enthalten irre viel Vitamin C und B sowie Mineralstoffe – super im Winter! Angeblich kann man sie ganz simpel selber machen, das habe ich aber noch nicht ausprobiert: Man nehme Hagebutten, trockne sie und entferne die Juckreiz verursachenden Kerne. Dann werden die Früchte abgekocht und durch ein Sieb gepresst. Die Flüssigkeit mit etwas Kartoffelmehl aufkochen und  eindicken. Nach Geschmack zuckern. Die Schweden trinken sie im Sommer auch kalt oder gießen sie ins Müsli. Ich finde allerdings, es muss dampfen und kribbeln!

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Suff weltweit: J wie…

20 Dez

Travel-and-Food-Blogs sind sehr in. Ich lese sie gern. Mit exotischem Essen und mir ist es aber so eine Sache. Mopane-Raupen in Namibia, gegrillte Heuschrecken in Thailand, Froschschenkel in Frankreich? Nein, danke! International gesehen ist das Trinken mehr mein Metier. Deswegen gibt es die Rubrik “Suff weltweit von A-Z” – wird natürlich fortlaufend erweitert.

J wie…

jul

Foto: nilsoscar.se

 

Julöl in Schweden: Die Wikinger müssen coole Hunde gewesen sein. So cool, dass selbst die Christen sich manches abgeguckt haben – wie etwa die schöne Tradition des Julöls, auf deutsch: Weihnachtsbier. Auch wenn das bei den langhaarigen Helmträgern natürlich noch nicht so hieß. Die haben aber ein Winteropferfest gefeiert, zu Ehren der zurückkehrenden Sonne. Und wie ich die Skandinaven kenne, sind bei diesen Feiern gleich mehrere Sonnen zurückgekommen. Keine Sorge, Julöl schmeckt nicht nach Zimt und nicht nach Gänsebraten. In der Regel sind es dunklere Biersorten, vollmundig im Geschmack und oftmals mit mehr Alkoholgehalt. Äußerst festlich finde ich die Preise: Ein halber Liter „Nils Oscar“ kommt auf gut 5,50 Euro. Da sich die Deutschen in Sachen Bier nicht gern was vormachen lassen, stellen auch unsere Brauereien mittlerweile Weihnachtsbier her. Oder pappen zumindest auf ihre dunklen Biere kitschige Etiketten. Prost, Christkind!

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Alter Schwede!

29 Mrz

Unbenannt3.jpg.scaled1000Ich wollte nie nach Schwe­den. Schwups, ich war in Schwe­den. Som­mer 1998 bin ich für ein Jahr als Sti­pen­dia­tin des För­der­pro­gramms Eras­mus, das in die­sem Jahr 25. fei­ert, abge­rauscht nach Lund, einem Städt­chen an der Süd­spitze die­ses rie­si­gen Lan­des, das mich nicht die Bohne inter­es­siert hat. Aber wenn man so bekloppte Fächer stu­diert wie Kom­pa­ra­tis­tik und Thea­ter­wis­sen­schaft, dann sind Alter­na­ti­ven rar gesät. In mei­ner Bewer­bung für das Sti­pen­dium hatte ich von der Bedeu­tung der schwe­di­schen Thea­ter­li­te­ra­tur geschrie­ben, von mei­ner Bewun­de­rung für Strind­berg und Ibsen. Zu dumm, dass Ibsen Nor­we­ger war. Ich hab die För­de­rung den­noch erhal­ten. Die Pro­fes­so­ren haben wohl gedacht, ich hätte Hori­zont­er­wei­te­rung so nötig, wie keine andere. Dass Strind­berg nicht mein Fall ist und Ibsen tat­säch­lich ein groß­ar­ti­ger Dra­ma­ti­ker war, ist nicht das ein­zige, das ich in Schwe­den gelernt habe:

1. Fin­ger weg vom Snus! Die­ses Zeug ist vom Teu­fel gemacht. Es han­delt sich um gesal­ze­nen, stark niko­tin­hal­ti­gen Tabak, den man sich zwi­schen Ober­lippe und Zahn­fleisch steckt. Ich habe ihn ein­mal aus­pro­biert und für den Rest der Nacht das Fun­keln des Was­sers in der Klo­schüs­sel bewundert.

2. Ihr ent­wi­ckelt in Schwe­den ein neues Ver­hält­nis zum Thema Nackt­heit. Irgen­wann kommt auf einer Party der Moment, in dem sich ein Schwede die Kla­mot­ten vom Leib reisst und die Sauna eröff­net. Spä­tes­tens wenn er mit Gebrüll zum See stürzt, wäh­rend sein Prinz auf­ge­regt im Wind flat­tert, soll­tet ihr mit wogen­dem Busen hin­ter­her­sprin­gen. Mor­gen kann sich eh kei­ner erinnern.

3. Schwe­den sind schön. Aber in mei­ner klei­nen Stu­den­ten­welt waren sie alle uni­form. Als ich über Weih­nach­ten nach Hause gereist bin und auf dem Ham­bur­ger Haupt­bahn­hof umstei­gen musste, hat mich die Erkennt­nis getrof­fen wie ein Schlag: Über­all Deut­sche mit komi­schen Fri­su­ren und unmög­li­chen Kla­mot­ten. Ich fand das toll: jeder häss­lich, aber auf seine Art.

4. Ler­nt Schwe­disch. Ihr wer­det euch füh­len, als wärt ihr einem Geheim­bund beige­tre­ten, denn außer euch, mir und den Schwe­den kann kaum einer Schwe­disch. Sobald ihr gebro­chen den ers­ten Kaf­fee in der neuen Spra­che ordert, wer­den euch die Schwe­den um den Hals fal­len, euch küs­sen und her­zen, weil ihr f-a-n-t-a-s-t-i-s-c-h Schwe­disch sprecht.

5. Noch was zur Spra­che: Lacht gern, oft und schal­lend über Stu­den­ten aus den USA. Das ist okay. Bis zum Ende mei­nes Auf­ent­halts haben es die Ame­ri­ka­ner geschafft, sich regel­mä­ßig But­ter­milch in den Kaf­fee zu schüt­ten, weil sie nicht in der Lage waren, sich auch nur drei schwe­di­sche Voka­beln zu merken.

6. Wenn die schwe­di­sche gegen die nor­we­gi­sche Eishockey-Nationalmannschaft spielt, herrscht Aus­nah­me­zu­stand. Eure Mit­be­woh­ner wer­den ein Bekennt­nis zur neuen Hei­mat ver­lan­gen und euch mit Wikin­ger­helm und blau-gelber Kriegs­be­ma­lung schmü­cken. Und wenn mal wie­der die Krankenhaus-Serie „Geis­ter“ von Lars von Trier läuft und der schwe­di­sche Arzt Stig Hel­mer eine sei­ner Hass­re­den gegen die Dänen hält, dann brül­lt ihr der Matt­scheibe zustim­mend „Zur Hölle mit ihnen!“ ent­ge­gen — auch wenn ihr in Wahr­heit die Dänen viel coo­ler findet.

7. Hage­but­ten­suppe schmeckt her­vor­ra­gend. Ren­tier­bur­ger und Elch-Kebab eben­falls. Von Sur­ström­ming sollte man die Fin­ger las­sen. Gene­rell muss man viel Zeit für gemein­same Essen ein­pla­nen. Schwe­den trin­ken und sin­gen gern. Man erwar­tet auch einen deut­schen Bei­trag. Wenn euch kein Trink­lied ein­fällt, tut es auch Nenas „99 Luft­bal­lons“. Die­ses Lied ist international.

8. Man trinkt gern einen, gern bil­lig, stark und selbst­ge­panscht. Wem an sei­nem Augen­licht liegt, der sollte lie­ber in staat­li­chen Shops ein­kau­fen, als sich nach Meis­ter Pro­per rie­chen­den Kla­ren aus Plas­tik­fla­schen rein­zu­kip­pen. Neh­mt es im Gegen­zug ein­fach hin, wenn man euch für einen Alko­ho­li­ker hält, weil ihr euch unter der Woche ein Glas Wein gön­nt. Andere Län­der, andere Sitten.

9. Aus Ver­ab­re­dun­gen wie „Mitt­woch, 13 Uhr, am Nord­kapp“ wird nichts. Ich weiß, das Nord­kapp gehört zu Nor­we­gen, aber die­ser Tipp gilt für ganz Nord­eu­ropa. Dort herr­schen andere Grö­ßen­ver­hält­nisse, Rhein­hes­sen ist für die ein Flie­gen­schiss. Meine Rei­se­gruppe ist nicht bis zum Nord­kapp gekom­men, wir haben uns in Nar­vik getrof­fen und es dann aus Zeit­grün­den dabei belassen.

10. Das schwe­di­sche Licht ist berau­schend. Nicht im süd­li­chen Lund, aber im Nor­den. Wer ein­mal in die Mit­ter­nachts­sonne geblin­zelt hat, der schwärmt für den Rest sei­nes Lebens davon. Noch fas­zi­nie­ren­der müs­sen Nord­lich­ter sein, lei­der habe ich keine gese­hen. Aber falls ihr tat­säch­lich nach Schwe­den rei­st und die­ses Glück haben soll­tet, dann den­kt mal an mich, nur ganz kurz. Tack tack!

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