Hauptsache gesund!

13 Feb

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Ich neige nicht zu Hypochondrie oder übermäßiger Körperbeobachtung – außer ich bin im Urlaub. Ich kann nicht erklären, woher das kommt, aber sobald ich im Ausland bin, wähne ich mich mit einem Bein im Grab. Das ist doof für mich, ich bin nämlich gern im Ausland. Und das ist noch döfer für meine Mitreisenden, die mit meiner anschwellenden Hysterie klarkommen müssen. Oder mit dem Rücktransport meiner Leiche – so sehe ich das, wenn ich auf Reisen bin. Drei Episoden, wie ich dem Tod von der Schippe gehüpft bin:

1. Bilharziose in Kenia: Kisumu. Ich mache nach Feierabend mit einer Freundin eine Bootstour über den Viktoriasee. Ich sehe tote Schnecken im Schilf und es trifft mich wie ein Blitz: Bilharziose! Die Schnecken sind Zwischenwirte für Parasiten, die sich in Menschen einnisten. Larven können in der geringsten Menge Wasser stecken und sich flott durch die Haut bohren. Ein Tropfen trifft mich, ich schlage ihn mit dem Ärmel tot. Eine zweiter platscht auf mein Bein, ich rubbele ihn weg. Ich frage meine Freundin, was der Junge mit der leeren Rama-Dose will. Mir schwant Schlimmes. Prompt beginnt er, damit Wasser aus dem Boot zu schöpfen, es ist leck. Ich stopfe meine Hosen in die Socken, ziehe den Kopf in den Kragen und die Ärmel über die Finger. Sonnenuntergang, Nilpferde, Naturschönheit? Verpasst. Ich habe gegen Bilharziose gekämpft.

2. Tollwut in Thailand: Am Strand von Koh Chang streicheln ich und eine Freundin einen Hund. Er ist lieb, alt und ungeheuer dick. Er ist vermutlich der dickste Hund der Welt. Und er leckt über meine Hand. Alaaarm – Tollwut! Es rattert in meinem Kopf: Selbst eine klitzekleine Wunde an der Hand kann ausreichen, um sich bei Speichelkontakt mit einem infi­zier­ten Tier anzustecken. Ich renne zu unse­rer Strand­hütte, schrubbe und desinfiziere mir die Fin­ger. Meine Freundin liegt derweil mit dem Hund im Sand. Was für ein Leichtsinn! Heute, nach vielen Jahren, denke ich, ich bin auf der sicheren Seite. Die Inkubationszeit beträgt nur bis zu 90 Tage.

3. Hepatitis auf Kuba: Morgens in Varadeiro. Ich wache auf, blinzele und sehe meine rechte Hand. Sie leuchtet wie eine Orange. Ich schrecke hoch – Hepatitis! Um Gottes Willen, die Leber am Arsch, Nieren und Milz vermutlich nicht mehr zu retten. Panisch frage ich meine Freundin, ob meine Augen gelb sind. „Nein, Alex. Scheint eine Leberentzündung zu sein, die sich ausschließlich an deiner rechten Handinnenfläche zeigt.“ Sagt’s, guckt zu meinem Nachttisch und dreht sich wieder um. Ich gucke ebenfalls zu meinem Nachttisch. Am Abend habe ich mehrfach meine verbrannte linke Schulter mit Après-Sun-Lotion eingerieben – mit Carotin und Bräunungseffekt…

Ich denke, es spricht sehr für meine Freunde, dass sie immer noch meine Freunde sind. Möglicherweise werden sie heimlich von meinen Eltern bezahlt. Das spräche wiederum sehr für meine Eltern.

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3 Antworten to “Hauptsache gesund!”

  1. Betrachterauge 13/02/2014 um 7:00 pm #

    Lustig, mag ich 🙂

  2. Lea Mittmann 14/02/2014 um 12:22 am #

    Und was war das auf Curacao weswegen du beim Tierarzt warst?? 😉

  3. silvesterkind 14/02/2014 um 1:05 am #

    Hahaha, du Miststück! Was auch immer, es war offenbar nicht ansteckend. Zu deinem Glück! 🙂

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