Curaçao – 10 Knaller!

2 Okt

150.000 Menschen auf einer 444 Quadratkilometer großen Insel am Rande der Karibik – das ist Curaçao. 10 Dinge, die das kleine Eiland nördlich von Venezuela besonders machen:

1. „Holland unter PalIMG_5794men“ heißt Curaçao auch. Man spricht Niederländisch, trinkt Amstel und findet Willem-Alexander ganz nett. Gezahlt wird mit dem Niederländischen Antillen-Gulden (Kurs: 10 Euro = 24,62 Nafl), wobei Curaçao kein Billigland ist. Die Innenstadt von Willemstad mit der kreischbunten Kolonialarchitektur ist übrigens Weltkulturerbe. Seit Oktober 2010 gilt die Insel als unabhängig im niederländischen Königreich. Was auch immer das bedeutet…

2. Menschen mit Wurzeln in mehr als 50 Nationen leben hier. Seit ein Leutnant von Columbus die Insel 1499 „entdeckt“ hat, wird die Mischung immer wilder: Indianer mussten Spanier, Engländer, Franzosen und Niederländer verkraften, die Sklaven aus Afrika, Indien und weiteren Kolonien herbrachten, um sie für den Verkauf fitzumachen. Dazu kommen Kariben und Amerikaner sowie sephardische Juden, die eine wunderschöne Synagoge gebaut haben. Fehlen nur noch ein paar Mongolen und Rheinhessen!

IMG_57263. Papiamentu ist ebenfalls ein Mix – beeinflusst von Portugiesisch und Spanisch. Beispiel: „Batatas matshi“. Na? Kartoffelbrei, hihihi! Das wichtigste Wort ist „Dushi“. Wenn nix mehr geht, geht Dushi noch. Gutes Essen, ein heißer Typ, die beste Freundin – alles dushi. Klingt putzig, allerdings wurde die Kreolsprache lange unterdrückt. Mein Lieblingstaxifahrer Chernov (auf dem Foto mit Enkelin) hat erzählt, dass er als Schüler zur Strafe mit dem Finger auf den Lippen in der Ecke stehen musste, wenn er beim Papiamentu sprechen erwischt worden war.

4. Woher der Name Curaçao stammt, ist unklar. Eine Vermutung ist, dass er vom Wort „Corazón“ (Herz) herrührt, so hatten die Spanier die Insel getauft. Eine andere, dass er auf das lateinische „Curare“ (Heilung) und besonders vitaminreiche Früchte zurückgeht. Sagt der Toursimusverband, ich habe aber neben Kakteen, Agaven und Aloe wenig wachsen sehen.

5. Die Piekser wachsen dafür wie bekloppt. Im Christoffelpark stehen riesige Kakteen, mit denen ich nicht streiten würde. Hautkranke sollten die Aloe Vera Plantage besuchen. Eine Bekannte von mir schwört auf deren Gel, vor allem in Verbindung mit dem Salzwasser und der Wärme. Ich bin zum Glück nicht hautkrank, mir sind die Produkte daher wie die meisten Kosmetikartikel zu teuer.

6. Wer mehr über Pflanzen wissen möchte, sollte zu Dinah Veeris gehen. Die 74-Jährige schnackt über Naturheilkräfte, serviert köstliche Limo, die an Hagebuttentee erinnert, und ist erfrischend direkt. Auf meine Frage, welche Ziele sie nach dem Anlegen ihres Botanischen Gartens hat, sagte sie: „Kommerzielle. Wir haben hart gearbeitet, das soll sich lohnen, Dushi!“ Da habe ich direkt einen Liebestee gekauft. Kann nix schaden, oder?

IMG_58957. Apropos Getränk: Der berühmte Curaçao ist nicht blue, sondern auch red, green, orange und klar. Bei uns verwenden Bars oft den von Bols aus Amsterdam. Mir schmecken beide nicht. Als ich den Likör zum Probieren on the rocks bestellt habe, hat man mich angeguckt, als hätte ich gepupst. Aus gutem Grund nimmt man ihn nur zum Mischen. Gebrannt wird der Curaçao of Curaçao aus den Schalen der Pomeranzenart „Laraha“, deren Früchte bitter sind. Die winzige Destillerie nahe Willemstad fand ich ziemlich unsympathisch.

8. Kulinarisch ist die Inselguenni vielfältig und international, wobei viele Lebensmittel importiert werden. Eine Besonderheit ist Kaktussuppe, die kräftigend sein soll, aber schleimig im Teller wabbelt. Man isst Leguan, geschmacklich nahe am Hühnchen. Unbedingt probieren sollte man Kokosnusseis – eine Sünde. Tipps: Norman’s Place im Caracasbaaiweg, schon wegen der EQ Entertainment Band, deren Sänger die Texte vom Handy abliest, und die Markthalle Marshe Bieu hinter der Hauptpost, topfrisches Einheimisches zum Ausprobieren.

9. Wer kilometerstrandlange Sandstrände erwartet, ist falsch. Dafür gibt es reizende Buchten wie Grote Knip und Porto Mari mit azurblauem Wasser. Die Begeisterung für die Insel Klein Curaçao teile ich nicht und das liegt nicht an der Überfahrt. Ich fand sie trostlos. Ich bin ja nun keine Actionmaus, aber wer Wassersport treibt, der wird Spaß haben.

10. Das Wetter auf Curaçao ist heiß und schwül. Nein, es ist heisssssss und schwühühüüül. Es kühlt nachts kaum ab, das Meer ist eher lau und kalte Getränke kann man gar nicht genug in sich hineinkippen. Mich hat die Mischung aus gefühlter Temperatur um 40°, hoher Luftfeuchtigkeit, zu viel Sonne, Jetlag und irgendwas zu Essen, was gerade nicht das Passendste war, so umgehauen, dass ich zum Arzt musste. Ich spare mir Details, nur so viel: Der erste Arzt war beim Lunch und durfte nicht gestört werden, der zweite gilt vermutlich noch heute als verschollen und als ich in der Auffahrt des dritten kurz aus meiner Tüte hochgeschaut und das Schild „Veterinario“ gelesen habe, habe ich beschlossen, in aller Stille weiterzubrechen und meine Begleiter machen zu lassen. Allerdings war ich nicht mehr richtig bei mir. Möglicherweise war alles ganz anders…

Die Reise wurde finanziert vom Curaçao Tourist Board. Mehr Informationen gibt es auf www.curacao.de und www.1000awesomethingsaboutcuracao.com. Transportdienste von Chernov Rozier: Tel. 00599-9-5651809.

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5 Antworten to “Curaçao – 10 Knaller!”

  1. annoe 02/10/2013 um 3:23 pm #

    Hab’S gerade mal gezwitschert. Wat macht eigentlich der Ees?

    • silvesterkind 02/10/2013 um 4:19 pm #

      Schlechte Musik, wat sonst?!
      Spaß beiseite: Meine heißgeliebte „Ke Nako“-CD von Elemotho, die wäre eher was für deine Site. Noethilein, ich haue die Tage vielleicht echt mal in die Tasten!

  2. Lea Mittmann 02/10/2013 um 10:05 pm #

    Das Bild mit den Fußabdrücken auf dem Steg ist toll, wollte ich mal sagen!

    • silvesterkind 02/10/2013 um 10:21 pm #

      Danke! Das Bild oben drüber, ist das eigentlich dein Günni?

      • Lea Mittmann 03/10/2013 um 12:35 pm #

        Ne, der Günni hat nicht so nen komischen Lappen am Hals 😉

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