Im Angesicht des Todes

8 Okt

wald2Ich hänge an einem Seil, mein Hintern ist eingeschnürt wie ein Weihnachtsbraten und um mich herum sind überall Baumwipfel. „Nicht runtergucken“, sagt der kleine Mann und ich gucke runter – 15 Meter in die Tiefe. Bevor mir endgültig schlecht wird, gibt er mir einen Schubs und ich sause entlang eines Drahtseils über das Dach des Regenwalds von Costa Rica. 650 Meter sind es bis zum nächsten Baum. Dort fängt mich ein anderer kleiner Mann. Er löst die Karabinerhaken, klopft mir auf die Schulter und grinst. „Canopy Tour“ oder „Ziplining“ nennen Outdoorfreaks dieses Abenteuer, ich nenne es „Selbstmordversuch“. Es ist eine der klassischen Touriattraktionen in Monteverde. Meine Reisebegleiterinnen waren total scharf darauf und ich dachte mir: Ich komme mit und spaziere gemütlich über die hängenden Brücken des Selvatura Parks, während die beiden ihr Schicksal herausfordern. Aber plötzlich hatte ich einen Helm auf, Handschuhe an und lauter Schnüre am Hintern. Ich mach’s kurz: Ich hatte keinen Spaß, ich hatte ausschließlich Schiss und ich werde so was Schlimmes nie wieder tun. Und falls doch, dann erkläre ich hiermit für den Fall der Fälle Folgendes:

  1. Meine Mainz 05-Dauerkarte geht an meinen Freund
  2. Meine Möbel gehen an meinen Bruder
  3. Der Rest soll auf die Frauenlobstraße gestellt werden, da geht alles weg.

Hochachtungsvoll und (wieder) im Vollbesitz meiner geistigen Kräfte, Alexandra Schröder

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3 Antworten to “Im Angesicht des Todes”

  1. Andrea 24/10/2013 um 6:20 am #

    Huhu Alex,
    Sarah und ich lachen uns gerade kaputt über Bild und Blog aus Costa-Rica…

    Das Bier aus San Francisco schmeckt übrigens hervorragend. Gerade liegen wir auf dem Hotelbett und stoßen auf dich an. Hab natürlich schon ne Flasche für dich reserviert, die kommt mit nach Deutschland.

    Schreib doch bitte mal was über Ägypten…

    • silvesterkind 24/10/2013 um 9:51 am #

      Liebe Andrea, das geht leider nicht. Wenn ich über Ägypten schreibe, dann werde ich von deren Geheimdienst verhaftet…
      Oooooh, ich bin so neidisch und ich wünsche euch noch viel Spaß!
      Wie geht es eigentlich deinem Inlett – dem wunderbaren aus Seide, das im Sommer kühlt und im Winter warm hält? 🙂

      • Andrea 24/10/2013 um 7:15 pm #

        Pfffh – es tut hervorragend seinen Dienst. Während sich deine zusammengenähten Bettlaken wahrscheinlich schon längst in Wohlgefallen aufgelöst haben.

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