Indische Küche oder Nie wieder Currypulver

14 Jan

abraham

Falls euch irgendwann mal dieser Mann was kleines Rotes zum Probieren hinhält, dann lauft um euer Leben! Denn das ist Mr. Abraham vom Gewürzgarten in Kerala und das kleine Rote ist eine Chili. Nein, eine #/*dschillihihiii“§%*#.Merke: Man steckt sich nicht alles in den Mund. Oberste Regel beim Essen: Es gibt einen Unterschied zwischen „scharf für Ausländer“ und „scharf für Inder“ – die Beachtung dieses Unterschieds entscheidet zwischen Leben und Tod.

Die indische Küche hat einen tollen Ruf. Im Alltag ist sie aber darauf ausgelegt, viele hungrige Mäuler schnell und billig satt zu machen. Sie besteht vor allem aus Hülsenfrüchten, Reis und Brot. Die meisten Zutaten werden stark gegart, was ich bei den hygienischen Verhältnissen von Herzen begrüße. Von Fleisch und Fisch würde ich komplett die Finger lassen. Wer gesehen hat, unter welchen Umständen Menschen in Indien leben, der kann sich vorstellen, wie dort Tiere leben. Die will man nicht essen. Die vegetarische Küche spielt in diesem multireligiösen Land mit seinen zahlreichen Essensvorschriften eh eine große Rolle. Wer sich beliebt machen will, der kann aber gerne mal in einem Hindu-Restaurant Rindfleisch oder bei Moslems Schwein ordern. Viel Spaß!

In Sachen Gewürze macht diesem Volk keiner was vor. Zimt, Pfeffer, Chili, Kardamon, Kümmel, Kurkuma, Ingwer, Safran, Knoblauch, Koriander, Nelken, Muskat etc. – für jedes Gericht werden eigene Gewürzmischungen, „Masalas“, hergestellt. Bei uns wird die Mischung schnöde als „Curry“ verkauft, was bei einer guten indischen Hausfrau wahrscheinlich Schnappatmung auslöst. Das Wort Curry stammt übrigens vom Tamilischen „Kari“ ab, was „Soße“ bedeutet und mit Gewürzen selbst nichts zu tun hat. Alle verwirrt? Die Engländer sind Schuld! Aber die sind ja eh frei von kulinarischer Kompetenz…

spicebox

Als Amateur aus der Maggi-Liga habe ich natürlich einen Kochkurs besucht – in der Spice Box von Shakti Singh aus Udaipur. Professionell wie ein amerkianischer Showmaster und mit reizendem Akzent hat uns der Maître in die Welt der indischen Küche eingeführt. Leider ist abgesehen von „One cup of rrrrrrice, two cups of vvvvvvatta“ nicht viel hängen geblieben, weil ich darauf konzentriert war, mir das Lachen zu verkneifen. Aber er hat uns ein paar Rezepte geschenkt. Meine Empfehlung ist der Chai, weil er schlicht DER Klassiker einer jeden Indienreise ist. Für drei Personen:

  • Man bringe zwei Tassen Wasser zum Kochen
  • Wenn es blubbert, kommen grüner Kardamon, schwarzer Pfeffer, Nelken, Muskatnuss, Muskatblüte und Ingwer dazu. Die Mischung muss man selbst herausfinden. Ich empfehle äußerste Zurückhaltung bei den Nelken und kenne einige Verrückte, die Unmengen von Zimt hineingeben. Davon steht aber nix im Chai-Rezept von Maître Singh, ätschibätsch!
  • Eine Minute kochen lassen
  • Zwei Teelöffel losen Schwarztee dazugeben
  • Vier Teelöffel Zucker dazugeben (der Maître ist offenbar eine Süßschnute, mir reichen zwei Teelöffel Zucker)
  • Noch mal eine Minute kochen lassen
  • Eine Tasse Milch dazugeben (am besten die Halbfette)
  • Sieben Mal kurz aufkochen lassen (da scheint mir ein bisschen Singh’sche Mystik dabei zu sein, aber gut, er ist der Fachmann)
  • Vom Herd nehmen und zwei Minuten abgedeckt ziehen lassen
  • Filtern – und genießen!
  • Übrigens: In den Augen von Maître Singh ist natürlich jeder Tee außer Assam und Darjeeling indiskutabel. Wer Darjeeling verwendet, sollte das Gebräu nicht kochen, sondern nur ziehen lassen!
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